Im Frühjahr 2027 soll der Spreepark Berlin endlich wieder für alle geöffnet sein – genau ein Vierteljahrhundert nach der Schließung des einstigen Kulturparks Plänterwald im Jahr 2002. Wie die für die Entwicklung des Areals zuständige Grün Berlin GmbH am Donnerstag mitgeteilt hat, gehen die Baumaßnahmen zügig voran.
„Zwei Jahre vor der geplanten Eröffnung nehmen Gebäude und Attraktionen wie das neue ‚Englische Dorf‘ und das Amphitheater Gestalt an“, heißt es in einer Mitteilung. Derzeit wird laut Grün Berlin die Werkhalle für ihre zukünftige Nutzung umgebaut.

Der mit einer leistungsstarken Photovoltaikanlage ausgestattete Wirtschaftshof steht demnach bereits kurz vor seiner Fertigstellung. Voraussichtlich ab April können das Gebäude, in dem unter anderem Büros und Sozialräume untergebracht sind, in Betrieb genommen werden. Auch die unterirdische Infrastruktur für Trinkwasser, Abwasser, Regenwassermanagement und Strom sei weit fortgeschritten, heißt es.
Riesenrad wird weiterhin in Polen saniert
Highlight des Spreeparks der Zukunft soll das Riesenrad werden, das wieder in Betrieb genommen wird. Der Stahlkoloss, der im Juni 2024 zerlegt und mit Lkw abtransportiert wurde, wird demnach weiter für seine Rückkehr in einem Werk in Polen saniert. Inzwischen sind die mehr als 300 Einzelteile sandgestrahlt und auf Schäden untersucht worden. „Nach den notwendigen Schweiß- und Verstärkungsarbeiten folgt die Neulackierung, bevor im Jahr 2025 neue Komponenten wie Steuerung, Antrieb und Gondeln gefertigt werden“, erklärt das landeseigene Unternehmen.

Die Sanierung des Riesenrads ist Teil der „zukunftsgerichteten Transformation der ehemaligen Relikte des Freizeitparks“, was zum Kern des Konzepts für den neuen Spreepark gehört. Finanziert wird dieses Projekt durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ sowie durch Landesmittel.
Spreepark bekommt mit dem Englischen Dorf ein weiteres Highlight
Auch beim sogenannten Englischen Dorf im Südosten des Spreeparks gibt es Neuigkeiten. Für den Neubau, der sich an dem historischen Charakter des ehemaligen Zirkuszeltes orientiert, war im Herbst 2024 die Bodenplatte gegossen worden. Nun starten im April die Arbeiten an dem Holzbau. Mit einer Veranstaltungsfläche von 315 Quadratmetern soll das zukünftige Englische Dorf mit Kiosk-Gastronomie Platz für bis zu 300 Personen und Veranstaltungen aller Art bieten.

Die Dachkonstruktion soll dabei mit einer Fläche von 1400 Quadratmetern bis zu 800.000 Liter Regenwasser pro Jahr sammeln. Damit soll die Bewässerung des Spreeparks unterstützt und so die Kosten im Betrieb gesenkt werden. Finanziert wird der Holzneubau durch Mittel des Sondervermögens „Infrastruktur der Wachsenden Stadt“.
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Neben dem Englischen Dorf soll als Eventlocation unter freiem Himmel das Amphitheater zurückkehren und 380 Sitzplätze bieten. Nach Angaben von Grün Berlin werden dafür aktuell 17 Sitzreihen aus Betonfertigteilen verbaut.
Mit Schadstoffen belastete Werkhalle wird Veranstaltungszentrum
Die Werkhalle, wo einst die Fahrgeschäfte gewartet wurden, wird derweil zu einem „multifunktionalen Begegnungs- und Veranstaltungszentrum“ umgebaut, das auch einen der zukünftigen Eingänge in den Spreepark integriert. In den vergangenen Monaten ist die 2500 Quadratmeter große Halle komplett beräumt worden, da zunächst das mit Schadstoffen belastete Parkett ausgebaut werden musste. Was noch fehlt, ist die Installation der Versorgungsleitungen. Zur Mitte dieses Jahres sollen die Arbeiten an der Fassade beginnen.

Laut der Grün Berlin GmbH soll der Kernbereich des Spreeparks mit dem Riesenrad, Englischen Dorf und Amphitheater Ende 2026 fertiggestellt werden. Die Eröffnung soll dann im Frühjahr 2027 folgen. „Der neue Spreepark schafft dann Mehrwerte: Für die Berlinerinnen und Berliner und den Tourismus, für die Natur, für den Kulturstandort Berlin sowie die lokale und regionale Wirtschaft“, so das landeseigene Unternehmen.



