Bisher ist der Schmollerplatz im Karl-Kunger-Kiez nicht unbedingt ein Ort, der zum längeren Verweilen einlädt. Ein Trampelpfad führt quer über eine Wiese. Ringsherum parken zahlreiche Autos. Im Zentrum durchschneidet die Heidelberger Straße, die an dieser Stelle für den Autoverkehr nicht mehr offen ist, den Platz in zwei Hälften. Auf der ehemaligen Fahrbahn wurden ein paar um Regenwassertanks herum arrangierte Sitzbänke aufgestellt, an denen Gießkannen baumeln.
Es gäbe durchaus Potenzial, mehr aus dem Schmollerplatz zu machen – und das wünschen sich auch Anwohner. Dass diese zentrale Fläche in der Wohngegend vielen Menschen wichtig ist, zeigte sich beispielsweise, als das Bezirksamt Treptow-Köpenick im November 2021 vor Ort eine Ideenwerkstatt für die Umgestaltung des Platzes durchführte. Etwa 250 Personen erschienen damals und brachten ihre Ideen ein. Seitdem sind nun schon drei Jahre vergangen.
Schmollerplatz: Mehr als 900.000 Euro stehen zur Verfügung
Nach der Ideenwerkstatt gab es mehrere Möglichkeiten zur Online-Beteiligung. Die Anregungen durch die Bürger nahm das Bezirksamt in seine Planungen auf und erstellte ein sogenanntes Freiraumkonzept für den Schmollerplatz. Wie der Bezirk nun kürzlich mitteilte, scheint es nun auch einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung dieses Konzepts zu geben.

Wie es in einer Mitteilung heißt, habe die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung der Finanzierungsplanung des Bezirksamts Treptow-Köpenick für die Umgestaltung des Schmollerplatzes grundsätzlich zugestimmt. Demnach stehen – vorbehaltlich der finalen Haushaltsabstimmungen des Landes Berlin – 910.000 Euro aus dem Berliner Plätzeprogramm für Planungs- und Bauleistungen in den Jahren 2025 bis 2029 zur Verfügung.
Diese Veränderungen für die Fläche im Kungerkiez sind geplant
„Ziel der Umgestaltung ist, die Aufenthaltsqualität des Schmollerplatzes zu erhöhen. Eingebettet in Wohnbereiche, soll die öffentliche Grün- und Erholungsanlage ein Ort der nachbarschaftlichen Begegnung für Menschen aller Altersgruppen werden“, erklärt das Bezirksamt. Bisher werde die „zurückhaltende Ausstattung mit Sitzelementen und Verweilorten“ diesem Anspruch nicht gerecht. Auch die Natur soll zukünftig Raum bekommen, beispielsweise in Form von Wildblumenwiesen, Insektenhotels oder Obstbäumen im nordöstlichen Teil.
Im Freiraumkonzept ist unter anderem aufgeführt, dass der Platz zwei neue Zugänge, einen im Süden und einen im Westen, erhalten soll. Der vorhandene Trampelpfad soll in Zukunft als geschwungener Weg befestigt werden. Für die Nutzung als Garten sind im Südwesten Bereiche für ebenerdige Beete und Hochbeete vorgesehen. Die vorhandene gepflasterte Fläche soll teilweise abgerissen werden, neue Sitzbänke und Mülleimer kommen. Rund um die Skulptur „Baumträume“ des Künstlers Christian Uhlig aus den späten 70er-Jahren sollen ein Kräuterbeet und ein Holzdeck entstehen.

Wie das Bezirksamt informiert, bildet das Freiraumkonzept die Grundlage für noch zu beauftragende Leistungen. Anfang kommenden Jahres soll es ein Ausschreibungsverfahren geben. Zum Ende des ersten Quartals 2025, so das Ziel, soll ein Planungsbüro für den Auftrag gefunden sein. Von Mitte 2026 bis ins Jahr 2027 hinein soll schließlich die Umgestaltung erfolgen. Im Anschluss läuft dann die Entwicklungspflege für die Neupflanzungen bis 2029.
Gemeinsam für einen schönen und zentralen Ort in Alt-Treptow
Seit dem 1. November 2024 ist das Straßen- und Grünflächenamt wieder für die Pflege des Schmollerplatzes verantwortlich. Zuvor hatte sich temporär der Verein Kungerkiezinitiative für die Umsetzung ihres Modellprojekts „Prima Klima Lebenswelt“ um die Fläche gekümmert. Ob und wie der Verein weiterhin auf der Grünanlage aktiv sein wird, steht aktuell noch nicht fest.

In der Bezirksverordnetenversammlung wird derzeit über einen Antrag beraten, in dem es darum geht, den bis Ende Oktober 2024 bestandenen Pflegevertrag zwischen dem Bezirksamt und der Kungerkiezinitiative bis zum Beginn der Umsetzung des Freiraumkonzeptes Schmollerplatz wieder einzusetzen.
Weitere Themen aus Treptow-Köpenick:
- Bezirkspolitik: Rot-Rot-Grün in Treptow-Köpenick: Bilanz führt zu Deutungskampf
- Ladeneröffnung: Feinkostgeschäft Vom Einfachen das Gute ist neu in der Bölschestraße
- Spitzensport: Ehrung für Sportstars: Überraschende Forderung in Treptow-Köpenick
- Finanzen: Was die Haushaltssperre für den Bezirk Treptow-Köpenick bedeutet
- Baumpflanzung: Trotz Gasleitung im Boden: Straße in Köpenick hat neue Bäume
- Hochschulförderung: HTW Berlin erhält Millionensumme – wofür das Geld investiert wird
„Die Diskussionen um die Zukunft des Schmollerplatzes zeigen, wie wichtig öffentliche Grünanlagen für die Menschen sind“, sagt Umweltstadträtin Claudia Leistner (Grüne). Die Beteiligung der Nachbarschaft bleibe ein zentraler Bestandteil der Planungen, um die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche der Anwohner bestmöglich zu berücksichtigen, ergänzt sie. „Ich bin zuversichtlich, dass es gemeinsam gelingen wird, aus dem Schmollerplatz einen schönen, zentralen Ort zu schaffen, an dem sich alle gerne aufhalten“, so Leistner.



