Auf einem alten Industrieareal direkt an der Spree in Oberschöneweide liegt der Campus Wilhelminenhof der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. Genutzt wird er von rund 10.000 Studentinnen und Studenten sowie 400 Beschäftigten. Es ist ein Standort, an dem viele kluge Köpfe ausgebildet werden, und der jetzt eine Millionensumme erhält.

Hochschulcampus in Oberschöneweide profitiert von EU-Mitteln

Wie die HTW am Mittwoch mitteilte, erhält sie Fördermittel in Höhe von knapp 2,8 Millionen Euro, um den Campus Wilhelminenhof an den fortschreitenden Klimawandel anzupassen und der Biodiversitätskrise entgegenzuwirken. Die Mittel stammen demnach aus dem von der Europäischen Union kofinanzierten Förderprogramm BENE 2 (Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung) und werden von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt vergeben. Die Hochschule selbst steuert 700.000 Euro als Eigenanteil bei.

Auch interessant

Das Motto lautet: „Weniger Grau, mehr Grün“. Der Masterplan sieht nach Angaben der HTW verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität in Verbindung mit der teilweisen Entsiegelung von Flächen inklusive Regenwassermanagement sowie „umfangreiche Begrünungsmaßnahmen“ vor. Die Hoffnung sei, dass der Campus im Südosten Berlins weiter an Attraktivität gewinne.

Diese gute Nachricht in Zeiten der schlechten Nachrichten und Budgetkürzungen sei ein „schönes nachträgliches Geschenk zu unserem 30-jährigen Bestehen“, so HTW-Sprecherin Anja Schuster. Erst Ende November hatte die Hochschule, die seit 1994 rechtlich selbstständig ist und an der Treskowallee in Karlshorst ihren zweiten Campus hat, dieses runde Jubiläum mit einem Festakt gefeiert.

Das sieht der Masterplan der HTW Berlin vor

Der aus elf Einzelbereichen bestehende Masterplan „Grün-blauer Campus Wilhelminenhof“ wurde federführend von der Professorin Regina Zeitner aus dem Studiengang „Workspace Management und Real Estate Engineering“ und Susann Ullrich aus dem Projekt „WaNdel!4 – Wissen für angewandte Nachhaltigkeit an Hochschulen“ entwickelt.

„Grün“ steht dabei für die Begrünung des Geländes. So sollen zukünftig, wo immer es möglich ist, Fassaden, Dächer und Hofflächen mit heimischen Pflanzen begrünt werden. „Blau“ bezieht sich auf eine innovative Wasserbewirtschaftung. Geplant ist, das bisher in die Spree geleitete Regenwasser zu sammeln, zu speichern und der zukünftigen Vegetation zuzuführen.

Weitere Themen aus Treptow-Köpenick:

Ziel sei es, bislang ungenutzte Potenziale auf dem 40.000 Quadratmeter großen Gelände zu erschließen sowie Lebensräume für Vögel und Insekten zu schaffen. In den Prozess seien sowohl Hochschulmitglieder als auch Anwohner aus der Umgebung einbezogen.

Standort an der Wilhelminenhofstraße wird seit 2006 entwickelt

Seit mittlerweile 18 Jahren ist die HTW Berlin auf dem denkmalgeschützten Industrieensemble an der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide zu Hause. Das erste Gebäude dort wurde 2006 von der Hochschule bezogen. Drei Jahre später wurde der Wandel in einen Wissenschaftsstandort abgeschlossen.

„Durch Entsiegelung sowie naturnahe und vielfältige Bepflanzungen können auf dem Campus Wilhelminenhof wertvolle kleine Ökosysteme entstehen“, blickt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Susann Ullrich voraus. Bis Ende 2025 solle der Wegweiser für den nachhaltigen und grünen Campus Wilhelminenhof stehen. Dessen Konzeption wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.