Der Spreepark faszinierte Generationen, bis er 2002 aufgrund der Insolvenz des damaligen Betreibers geschlossen wurde und zwei Jahrzehnte lang verfiel. Bevor das Gelände, entwickelt von der Grün Berlin GmbH, in den kommenden Jahren mit neuem Konzept Stück für Stück wieder eröffnet wird und auch das Riesenrad zurückkommt, können Interessierte jetzt noch einmal in die Geschichte des spektakulären Areals eintauchen.
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Am Sonntag, 10. November, wird im Spreepark Art Space im Eierhäuschen die Ausstellung „Vergangenes Vergnügen“ eröffnet, die anschließend bis zum 23. Februar 2025 läuft. Besucher erwartet dabei eine Collage aus persönlichen Erinnerungen, fotografischen Momentaufnahmen und künstlerischen Auseinandersetzungen.
Spreepark-Ausstellung zeigt persönliche Geschichten
Die Ausstellung, die von Christian Hiller und dem Spreepark Art Space kuratiert wurde, soll sowohl humorvolle als auch kritische Einblicke in die Geschichte und Geschichten des Kulturparks Plänterwald zu DDR-Zeiten und des späteren Spreeparks Berlin geben. Zu sehen sind dabei Beiträge unter anderem von Doris und Hinrich Baller, Constructlab, Christiane Eisler, Anselm Reyle, Andrea Pichl und Anne Waak.

Mit den Künstlern und Kuratoren können Besucher am Eröffnungstag von 11 bis 18 Uhr bei Rundgängen durch die Schau ins Gespräch kommen. Auch Nachbarn und Zeitzeugen sollen sich im Rahmen der Ausstellung austauschen. Es gehe darum, „die Geschichte des Parks wieder lebendig werden lassen“, wie es heißt.
Plänterwald: Historische Fotos vom Betrieb und dem Verfall
Gegliedert ist die Ausstellung in drei Themenbereiche. Der Bereich „Willkommen im Glück“ widmet sich dem „Kulti“, dem ehemaligen DDR-Kulturpark, der damals als „Treffpunkt der fröhlichen Leute“ propagiert wurde. Das Kapitel „Park als Bühne“ blickt auf das Areal als „kontrolliertem Sehnsuchtsort für Vielfalt und Freiheit“. Bestandteil ist unter anderem die Fotoserie Kulturpark von Christiane Eisler. Die Fotografin hat in den 80er-Jahren eine Gruppe junger Punks im Spreepark mit der Kamera begleitet.

Der dritte Themenbereich „Hinter den Kulissen“ zeigt den Auf- und Umbau der Parkanlage nach der Wiedervereinigung. Präsentiert werden die originalen Planungszeichnungen des Architekturbüros von Doris und Hinrich Baller. Es geht hier aber auch um die Kehrseiten des Vergnügungsbetriebs. So hat sich Andrea Pichl in ihrer dreiteiligen Installation Plänterwald mit der Transformation, dem Verfall und dem Verlust anhand von Kleinarchitekturen im Park auseinandergesetzt. Anselm Reyle wiederum zeigt den Spreepark in seiner gleichnamigen Fotoserie nach seiner Schließung als gespenstische Szenerie.
Zeitzeugen mit Erinnerungsstücken werden gesucht
Verbindendes Element der Ausstellung im Eierhäuschen sind die Erinnerungsberichte ehemaliger Besucher sowie Mitwirkender des Vergnügungsparks aus dem Hörstück „Leben unterm Riesenrad“ der Autorin Anne Waak. Als mobile Audioinstallation begleiten diese Geschichten Besucher durch den Ausstellungsparcours. „Inspiriert von den bunten Spielbuden des Kulturparks hat Constructlab die Ausstellungsarchitektur als Vergnügungspark-Kulisse mit partizipativen Elementen gestaltet“, teilten die Ausstellungsmacher vorab mit.

Die Schau soll fortlaufend ergänzt werden, weshalb Erinnerungsstücke gefragt sind. Zeitzeugen, die aus dem Spreepark beispielsweise noch eine Eintrittskarte für das Riesenrad, einen Losgewinn, die alte Punkrock-Kassette oder andere Souvenirs besitzen, sind aufgerufen, sich selbst in die Ausstellung einzubringen. Wechselnde Erinnerungsstücke und Geschichten aus dem Vergnügungspark werden durch den Spreepark Art Space in einem mobilen Archiv präsentiert.
Geöffnet ist „Vergangenes Vergnügen“ im Spreepark Art Space, Kiehnwerder Allee 2, bei freiem Eintritt vom 10. November 2024 bis 23. Februar 2025 jeden Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr sowie jeden dritten Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr.
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