Queere Menschen haben es auch in einer als weltoffen geltenden Stadt wie Berlin nicht immer leicht. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen und Angriffen auf Menschen aus der queeren Community – also Personen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen oder sich nicht mit ihrem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifizieren.
Der Bezirk Treptow-Köpenick will deshalb mit einem queeren Herbstfest für mehr Toleranz sorgen. Die dritte Ausgabe des Fests findet am kommenden Sonnabend, 12. Oktober, im Jugend- und Kulturzentrum (JuKuz) Gérard Philipe in der Karl-Kunger-Straße 29 in Alt-Treptow statt. Ab 16 Uhr erwartet Besucher dort ein Programm aus Live-Musik, Poetry-Slams, Workshops und DJs, organisiert vom Team Queer Treptow-Köpenick (TQTK).
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Dabei handelt es sich um eine Gruppierung von queeren Vereinen, Initiativen und Privatpersonen mit dem Ziel, für queere Interessen in Treptow-Köpenick einzustehen, Veranstaltungen zu organisieren und Ansprechpartner für queere Belange zu sein. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem das Jugendkulturzentrum (JuKuZ) Gérard Philipe, die Vereine LesLeFam und Rabenhaus, das Zentrum für Demokratie und das Frauenzentrum Treptow-Köpenick der Stephanus-Stiftung, unterstützt auch von der bezirklichen Gleichstellungsbeauftragten.
Rapperin Finna als Liveact beim queeren Herbstfest
Zu den Liveacts beim Herbstfest gehören Künstler, die selbst queer sind oder eine Affinität zur Community haben, darunter Theresa Zanon, die Band Clash Clash Bang Bang, die Gruppe um Berlin Ballroom Pier, DJ vanX und DJ Sam Sonite. Als Highlight angekündigt ist der Auftritt der Rapperin Finna. Neben den musikalischen Aufführungen wird es Workshops geben, darunter ein Argumentationstraining, um gegen rechte Hetze gewappnet zu sein. Dazu besteht die Möglichkeit, zivilgesellschaftliche Initiativen aus Treptow-Köpenick kennenzulernen. Im Garten des JuKuz stehen verschiedene gastronomische Angebote bereit.

Nach Auskunft von Talip Törün, der Teil des Organisationsteams und Bezirksverordneter der Grünen ist, wurde das queere Herbstfest Treptow-Köpenick durch den Verein LesLeFam ins Leben gerufen. Als Inspiration habe damals die Marzahn Pride gedient, die für mehr Sichtbarkeit der Szene im Osten Berlins gesorgt habe. Nach der Premiere 2022 im Campus Kiezspindel in der Köllnischen Vorstadt, bei der etwa 50 bis 60 Personen zu Besuch kamen, seien es 2023 in der Alten Möbelfabrik in Köpenick bereits knapp 200 Gäste gewesen. In diesem Jahr hofft Törün auf eine weitere Zunahme an Besuchern.
Ein Herbstfest für alle Bürger in Treptow-Köpenick
Es seien alle Menschen zu dem Herbstfest eingeladen. Als Fest ausschließlich für die queere Community, also ein sogenannter Safe Space, sei es ausdrücklich nicht gedacht. Trotz der starken Polarisierung und der Anfeindungen gegen queere Menschen sei ein Rückzug in einen geschlossenen Kreis der falsche Weg, meint Talip Törün. Man sei Teil der Gesellschaft und wolle sich dementsprechend ganz offen zeigen. Deshalb sei auch geplant, jedes Jahr einen anderen Veranstaltungsort in einem anderen Ortsteil auszuwählen.
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Laut Constanze Körner von LesLeFam sei das Anliegen von TQTK, sich für mehr queere Sichtbarkeit im Kiez einzusetzen. „Jetzt, wo unser Queeres Herbstfest wächst und mit ganz viel Unterstützung verschiedenster Akteur*innen schon zum dritten Mal stattfindet, scheinen wir unserem Ziel ein Stückchen näher zu kommen“, teilt sie mit. Dass Bürgermeister Oliver Igel (SPD) die Schirmherrschaft übernommen hat und beim Fest als Gast dabei sein wird, bezeichnet sie als „ein wichtiges Zeichen, dass Diversität ein fester Bestandteil unseres Bezirks ist“.



