Nalepastraße

Das Funkhaus ist eines der größten Aufnahmestudio der Welt

Prominente Künstler wie Depeche Mode und Sting schätzen die exquisite Akustik der Säle.

Depeche Mode gaben im  Funkhaus  ein Release-Konzert

Depeche Mode gaben im Funkhaus  ein Release-Konzert

Foto: MARKUS NASS / picture alliance / Xinhua News Agency

Treptow-Köpenick.  Schon zu DDR-Zeiten hatte das 1956 fertiggestellte Funkhaus einen guten Ruf, was die perfekte Akustik betraf. Prominente Musiker und internationale Produzenten wählen das Gebäude auch heute wegen der exzellenten Klangqualität. Herzstück ist der Große Sendesaal 1. Gespielt wird dort in der Mitte des Raumes, in einer „Wanne“, wie Musikexperten es beschreiben. Er gilt als eines der größten Aufnahmestudios der Welt, größer als die Abbey-Road-Studios in London. Dort spielten bekanntlich die Beatles ihre Musik ein. Aber es gibt auch diverse andere kleine Tonstudios und Sendesäle, die mit ihren hölzernen Wandverkleidungen noch gut erhalten sind

Viele große Namen der Musikszene waren schon dort, um Alben aufzunehmen, Konzerte zu geben oder den Release eines Albums zu feiern. Sting gehört dazu, Depeche Mode, A.ha, Vanessa da Matta, Rammstein, aber auch das Filmorchester Babelsberg oder Lea Porcelain arbeiteten und produzierten dort.

Einige Musiker haben sich im Studio-Block sogar einquartiert. Der Techno-Musiker Paul Kalkbrenner und der Pianist und Klangtüftler Nils Frahm sieht man öfter auf dem Areal. Und selbst in der anspruchsvollen Klassikbranche ist man begeistert, Pianist und Dirigent Daniel Barenboim spielte schon einige seiner Werke ein. Gespielt wird dann in der Wanne in der Mitte des Raumes.

Londoner Universität dBs belegt eine Etage

In der Nalepastraße entsteht das Neueste vom Neuen: Die Londoner Universität dBs ist mit ihren Studenten auf einer Etage eingezogen. Sie ist Anlaufstelle für Musikproduktion, Tontechnik und Musik- Technologie. In den einzelnen Räumen kann man junge Leute am Soundtisch tüfteln sehen, überall stehen Instrumente.

Innovativ auf dem Musikmarkt ist „Monom“, ein experimenteller begehbarer Sound-Raum, der mit einem 4D-Soundsystem ausgestattet ist und Möglichkeiten neuer Sinneserfahrungen bietet. Etwa wenn man Töne plötzlich Töne hüpfen sieht.

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