Gewaltsamer Tod

Berliner Juwelier wurde in seinem Geschäft erschossen

Ein Kunde hat in Baumschulenweg den Inhaber eines Schmuckgeschäfts in dessen Laden leblos aufgefunden. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Der Mann wurde erschossen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Im Berliner Ortsteil Baumschulenweg ist ein Mann in einem Juweliergeschäft Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der 46-Jährige war Montagnachmittag gegen 12 Uhr einem Passanten aufgefallen, als dieser durch das Schaufenster des Ladens einen leblosen Mann erblickte.

Der von dem 40 Jahre alten Zeugen alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, bei dem es sich um den Inhaber handelt.

Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar und Gegenstand der Ermittlungen einer Mordkommission. Die Verletzungen des Opfers würden auf ein Tötungsdelikt hindeuten, teilte die Polizei am Montagabend mit. Nach neuesten Informationen der Berliner Morgenpost aus Polizeikreisen wurde der Juwelier erschossen. Das ergab die Obduktion, bestätigte die Polizei.

Der Juwelier sei am Montag gegen 10 Uhr das letzte Mal lebend von Anwohnern gesehen worden, heißt es weiter.

Juweliergeschäft schon häufiger überfallen und ausgeraubt

Nachdem die Rettungskräfte die Tür zu dem Geschäft aufgebrochen hatten, kümmerte sich ein Notarzt um den Inhaber, konnte aber nur noch dessen Tod feststellen. Kurze Zeit später erschienen die Ermittler der Mordkommission und die Beamten der Spurensicherung am Tatort.

Das Motiv für die Gewalttat liegt noch im Dunkeln. Die Polizei ermittelt auch wegen Raubmordes, doch gebe es dafür keine offensichtlichen Anzeichen, sagte ein Sprecher. Das Schmuckgeschäft sei nicht sichtbar durchwühlt worden. Es müsse noch überprüft werden, ob etwas gestohlen wurde.

Mehrere Anwohner berichteten, das Juweliergeschäft sei in der Vergangenheit schon häufiger überfallen und ausgeraubt worden. Ein Raubmord kommt auch in diesem Fall als möglicher Hintergrund der Tat in Betracht, die Ermittlungen gehen zunächst aber noch in alle Richtungen. Die Beamten prüfen derzeit, ob etwas entwendet wurde.

Über das Opfer ist im Umfeld des Tatortes kaum etwas bekannt. Der Mann unterhielt offenbar kaum Kontakt zu Anwohnern oder anderen Händlern in der Umgebung. Auch über seine persönlichen und familiären Verhältnisse wussten Nachbarn nichts zu berichten.

Mögliche Parallelen zum toten Münzhändler aus Moabit

Aus Ermittlerkreisen wurde am Montag auf mögliche Parallelen zu einer weiteren, erst vor wenigen Wochen verübten Gewalttat verwiesen, ein Zusammenhang zwischen beiden Taten ist aber nicht erkennbar. Erst Ende März 2013 war in Moabit ein Münzhändler überfallen worden. Angehörige hatten den 73 Jahre alten Gernot D. in seinem Laden an der Beusselstraße 65 gefunden.

Er lag blutüberströmt und mit schweren Kopf- und Brustverletzungen in den Geschäftsräumen. Der Notarzt konnte am Tatort nur noch dessen Tod feststellen. Eine Obduktion bestätigte den Verdacht eines Tötungsdeliktes. Im Fall Gernot D. geht die zuständige Mordkommission inzwischen 36 Hinweisen nach, von dem oder den Tätern fehlt aber weiter jede Spur.