Seit gut einem Jahr ist das Gelände entlang der Bahnstrecke im Süden Tempelhofs eine Großbaustelle. Etliche Kräne ragen in die Luft und bewegen Tonnen von Material. Auf dem staubigen Areal wächst langsam eine neue Stadt heran. Das Stadtquartier Marienhöfe ist eines der größten Bauprojekte Berlins. 900 Wohnungen sollen hier einmal entstehen.

Nun ist ein weiterer Schritt dahin getan. Der erste Rohbau eines Wohngebäudes ist fertig. Das teilte die Firma „Goldbeck“ mit, die das Projekt realisiert. Die Grundsteinlegung ist weniger als ein Jahr her. Damit liege man voll im Zeitplan, heißt es in der Mitteilung. Der gesamte nördliche Abschnitt des Quartiers Marienhöfe umfasst elf Wohn- und Geschäftshäuser sowie ein Quartiersgebäude und soll im August 2028 fertig sein.

Der schnelle Fortschritt sei möglich, weil die Häuser in serieller Bauweise mit einem hohen Vorfertigungsgrad entstehen. Wesentliche Bauelemente fertigt Goldbeck in den Werken industriell vor und montiert sie dann auf der Baustelle. „Mit dem ersten Rohbau nehmen die Marienhöfe sichtbar Gestalt an“, erklärt Robert Wall, Geschäftsführer der Goldbeck Nordost GmbH. Die systematisierte und serielle Bauweise im mehrgeschossigen Wohnungsbau sei dabei eine klare Stärke.

Bauprojekt Marienhöfe: Vom alten Güterbahnhof zum neuen Stadtquartier

Die Ausmaße des neuen Quartiers sind enorm. Das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Mariendorf umfasst insgesamt zehn Hektar. Neben Wohnungen sollen hier auch Gewerbe, Einzelhandel, Gastronomie, ein Multifunktionsgebäude, eine Kita, ein Handwerkerhaus und Platz für Geflüchtete entstehen. Anwohner sollen damit im eigenen Viertel alles finden, was sie brauchen: Shops, Fitnessstudios und mehr.

Stadtquartier Marienhöfe Berlin-Tempelhof
Visualisierung des Stadtquartiers Marienhöfe in Tempelhof aus der Vogelperspektive.© Goldbeck | Goldbeck GmbH

Das nun im Rohbau fertiggestellte Gebäude soll Wohnraum für unterschiedliche Lebensentwürfe und Haushaltsgrößen schaffen. 80 Wohnungen sollen darin insgesamt entstehen. Die meisten davon als Dreizimmerwohnungen. Aber auch andere Größen von Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen sind enthalten. Das erste Gebäude verfügt wie die weiteren über begrünte Dächer und Photovoltaikanlagen.

Insgesamt soll das Quartier einen Mix aus frei finanziertem, gefördertem und seniorengerechtem Wohnen bieten. Die Außenanlagen werden mit Spielplätzen, Parkflächen, Sportanlagen sowie naturnahen Bereichen gestaltet. Das Quartier selbst wird dabei autofrei sein, jedoch von einer Radverbindung auf der Nord-Süd-Achse durchzogen. Mit dem S-Bahnhof Attilastraße und Hauptverkehrsrouten wie dem Steglitzer Damm soll es für künftige Bewohner dennoch gut erreichbar sein.