Umfrage

Mehrheit für Wohnungen am Tempelhofer Feld

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Isabell Jürgens
Wohnen in Berlin

Wohnen in Berlin

Berlin ist eine typische Mieterstadt. Die wichtigsten Zahlen und Fakten gibt es in diesem Video.

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In einer aktuellen Umfrage sprechen sich 57 Prozent der Berliner für eine Teilbebauung mit Wohnungen aus.

Berlin. Vor acht Jahren hatte ein Volksentscheid den von der damaligen rot-schwarzen Landesregierung erarbeiteten Plan zur Randbebauung des Tempelhofer Feldes abgelehnt. Mehr als 64 Prozent der Wählerinnen und Wähler hatten sich damals dafür ausgesprochen, das Gelände unbebaut zu lassen. Inzwischen jedoch hat sich die Stimmung gedreht. Bei einer repräsentativen Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov sprach sich eine deutliche Mehrheit für eine Teilbebauung des Tempelhofer Feldes aus.

Demnach stimmten 18 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Seit dem Volksentscheid hat sich die Berliner Wohnungsnot weiter verschärft. Ich bin für eine Teilbebauung“. Weitere 39 Prozent stimmten dieser Aussage mit der folgenden Ergänzung zu: „Ich bin für eine Teilbebauung, wenn dort günstiger Wohnraum entsteht. Das Tempelhofer Feld sollte aber den Charakter eines Naherholungsgebiets erhalten.“ Damit sprachen sich insgesamt 57 Prozent der Befragten für eine Teilbebauung aus, 36 Prozent waren dagegen, sieben Prozent hatten dazu keine Meinung.

Tempelhofer Feld: Koalition hat Thema auf unbestimmte Zeit vertagt

Die Umfrage hatte der Berliner Immobiliendienstleister und Co-Investor Klingsöhr in Auftrag gegeben. „Ich leite daraus ab, dass der Volksentscheid revidiert werden sollte“, sagte Unternehmensgründer Stefan Klingsöhr. Die Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, könne nicht nur am Stadtrand beziehungsweise im Umland gelöst werden.

Das Umfrageergebnis überrascht nicht: Drei von fünf Teilnehmern hatten bereits vor einem Jahr auf eine ganz ähnliche Frage des Forschungsinstituts Civey mit „Ja“ geantwortet.

Bei ihren Koalitionsverhandlungen hatten sich SPD, Grüne und Linke in Berlin im November 2021 allerdings darauf verständigt, bis 2026 keine Baupläne zu verfolgen. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hatte zuvor im Wahlkampf für eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes plädiert.

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FDP lässt offen, ob Unterschriftensammlung weitergeht

Die Berliner FDP hatte Ende 2020 damit begonnen, Unterschriften für ein neues Volksbegehren zum Tempelhofer Feld zu sammeln, das Vorhaben jedoch aufgrund der Pandemieentwicklung im Januar 2021 abgebrochen. Ob seine Partei die Sammlung nun fortsetzen werde, ließ Sebastian Czaja, Vorsitzender der FDP-Fraktion offen. „Wir beraten in den Gremien der FDP den weiteren Umgang mit dem Volksbegehren „Baut auf diese Stadt“ und werden uns in den nächsten Monaten dazu verhalten“, teilte der FDP-Politiker auf Nachfrage mit.