Es ist noch gar nicht so lange her. Vor knapp einem Monat wurde in der Hauptstraße in Schöneberg im Beisein Hunderter Fans eine Gedenktafel an David Bowies ehemaligem Domizil enthüllt. Die Tafel aus weißem Porzellan sollte auch an die drei Alben "Heroes", "Low" und "Lodger" erinnern, die der Musiker in den 70er-Jahren in den berühmten West-Berliner Hansa Studios aufnahm. Sie sind als Berliner Trilogie des Künstlers in die Geschichte der Popmusik eingegangen. Nun - wenige Wochen später - ist von der Gedenktafel nichts mehr zu sehen.

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Am Sonnabend lagen vor dem Haus an der Hauptstraße 155 nur noch einige Bruchstücke auf dem Bürgersteig. Dort, wo die von der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) gefertigte weiße Tafel zuvor hing, sind nur Reste des Klebstoffes und eine Auslassung in der Mauer zu sehen. Laut Berliner Polizei konnten Beamte am Sonnabend gegen 13 Uhr nur noch die zerstörte Tafel feststellen.

Die Polizei ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Bisher gebe es jedoch keine Hinweise auf gewalttätige Einwirkungen, teilte ein Sprecher der Polizei am Sonntag mit.

In einem Facebook-Post schrieb Kulturstaatssekretär Tim Renner am Sonntagmittag, eine Ersatztafel stünde bereit.

Enthüllung der Gedenktafel für David Bowie

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (2.v.r., SPD), Toningenieur Eduard Meyer (r) und Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende der Gasag (3.v.r.) enthüllen in der Hauptstraße 155, eine Gedenktafel für David Bowie. Der Superstar lebte von 1976 bis 1978 in Berlin-Schöneberg
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (2.v.r., SPD), Toningenieur Eduard Meyer (r) und Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende der Gasag (3.v.r.) enthüllen in der Hauptstraße 155, eine Gedenktafel für David Bowie. Der Superstar lebte von 1976 bis 1978 in Berlin-Schöneberg © Reto Klar | Reto Klar
Eine diebstahlsichere Porzellantafel erinnert an den Anfang 2016 verstorbenen Popstar, der in Berlin wegweisende Alben aufnahm.
Eine diebstahlsichere Porzellantafel erinnert an den Anfang 2016 verstorbenen Popstar, der in Berlin wegweisende Alben aufnahm.© Reto Klar | Reto Klar
Hunderte Fans von David Bowie pilgerten zu der Enthüllung der Gedenktafel
Hunderte Fans von David Bowie pilgerten zu der Enthüllung der Gedenktafel© Reto Klar | Reto Klar
Bowie entwarf in Berlin die drei bahnbrechenden Alben "Low", "Heroes" und "Lodger" und nahm sie zum Teil in den Kreuzberger Hansa-Studios auf.
Bowie entwarf in Berlin die drei bahnbrechenden Alben "Low", "Heroes" und "Lodger" und nahm sie zum Teil in den Kreuzberger Hansa-Studios auf.© Reto Klar | Reto Klar
Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin fertigt die Gedenktafel für den verstorbenen Popstar.
Die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin fertigt die Gedenktafel für den verstorbenen Popstar.© Reto Klar | Reto Klar
Schon jetzt ist die Gedenktafel ein beliebtes Fotomotiv.
Schon jetzt ist die Gedenktafel ein beliebtes Fotomotiv.© Reto Klar | Reto Klar
"We can be heroes, just for one day" aus dem Song "Heroes" - die wohl bekannteste Textzeile Bowies steht auf der Gedenkzeile.
"We can be heroes, just for one day" aus dem Song "Heroes" - die wohl bekannteste Textzeile Bowies steht auf der Gedenkzeile. © Reto Klar | Reto Klar
Die Enthüllung sorgte für einen Riesenauflauf. Die Hauptstraße musste gesperrt werden.
Die Enthüllung sorgte für einen Riesenauflauf. Die Hauptstraße musste gesperrt werden.© Reto Klar | Reto Klar
Schon gut sieben Monate nach Bowies Tod wird er mit einer Gedenktafel geehrt und nicht wie üblich frühestens nach fünf Jahren Bedenkzeit.
Schon gut sieben Monate nach Bowies Tod wird er mit einer Gedenktafel geehrt und nicht wie üblich frühestens nach fünf Jahren Bedenkzeit.© Reto Klar | Reto Klar
"Bei David Bowie sind wir uns sicher", dass er dauerhaft Prägendes für Berlin geschaffen hat", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.
"Bei David Bowie sind wir uns sicher", dass er dauerhaft Prägendes für Berlin geschaffen hat", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller.© Reto Klar | Reto Klar

In dem Haus Hauptstraße 155 hatte Bowie von 1976 bis 1978 in seiner West-Berliner Zeit gelebt. In die Mauerstadt kam der aus dem Londoner Stadtteil Brixton stammende Rockmusiker auf der Flucht vor seiner Heroinsucht. Mit Bowie zog auch der US-Musiker Iggy Pop in die Hauptstraße 155 ein, der als "Pate des Punk" gilt. Das Zusammenleben der beiden Rockmusiker sei nicht immer reibungslos verlaufen, sagte Bowie einmal in einem Interview. Er sei immer derjenige gewesen, der einkaufte, und Iggy Pop aß alles auf. (mit epd)

jc/dpa