Die Nachricht, dass das „Forum Steglitz“ an der Schloßstraße voll vermietet ist, gilt nicht nur als kleine Sensation unter den Einkaufszentren. Sie sollte zugleich ein Weckruf für alle sein, die immer noch glauben, mit Rolltreppen, Glasfassaden und der zwölften Filiale derselben Modekette ließe sich die Zukunft gewinnen.
Jahrzehntelang folgten Center-Betreiber einer einfachen Formel. Man baut eine große Box, füllt sie mit bekannten Namen und wartet auf die Kundschaft. Dann kamen der Online-Handel, die Inflation und eine Kundschaft, die keine Lust hat, für Austauschbares in Austauschbarem herumzulaufen.
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Das Forum Steglitz hat verstanden, dass der Handel nicht mehr der alleinige Magnet ist. Auf einem Drittel der Flächen sind Büros entstanden. Dazu kommen Lebensmittel- und Handwerkerläden, Fleischerei, Drogerie. Kein Glamour, sondern Alltag, der sich nicht einfach per Paket liefern lässt. Das Forum Steglitz ist ein Quartierszentrum geworden, und genau das ist seine Chance.
Einkaufscenter sind Arbeitsort, Lernort, Treffpunkt, Servicestation.
Die Centermanagerin hat das erkannt, sie denkt die Flächen anders: als Arbeitsort, Lernort, Treffpunkt, Servicestation. Fast jeden Monat laufen Veranstaltungen. Da wird verkostet und gebastelt, neue Technik wird erklärt.
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Ähnlich läuft es im Einkaufszentrum „Das Schloss“. Auch dort ist ein Kulturort entstanden, Castings ziehen junge Sänger, Tänzer und Schauspieltalente an. Sitzecken sind neue Treffpunkte geworden.
Das alte Einkaufszentrum ist ein Auslaufmodell. Die Zukunft des stationären Handels liegt nicht im Verkaufen, sondern im Dasein. Center, die das nicht begreifen, werden Brachen. Das Forum Steglitz zeigt, dass es funktioniert, wenn man sich traut, etwas anders zu sein. Es ist kein Zufall, sondern ein Konzept.




