Man nennt ihn auch Hermann-Elend-Platz, so heruntergekommen, wie der Herrmann-Ehlers-Platz in Steglitz ist. Die Sanierung steht seit Jahren an, doch noch ist nichts passiert. In diesem Zustand taugt der Platz gerade mal für den Wochenmarkt, sonst will sich dort niemand länger aufhalten. Es sei denn, man hat keine andere Wahl, wie die Menschen, die sich täglich auf dem Platz treffen.

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Sie sind arbeitslos, obdachlos, einsam und geben sich gegenseitig Halt, auch mit der Bierflasche in der Hand. Die meisten Passanten haben keinen Blick für die etwa 20 Personen, man will sie nicht sehen. Nur wenn es laut wird, wenn jemand rumpöbelt, dann sind sie „Assis“ und „Penner“. Tanja aus der Gruppe will das nicht auf sich sitzen lassen. Sie würden auch gern einen Ort haben, wo es warm und trocken ist, fordert sie vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Doch die Gruppe passt in keine Schublade. Zu alt für Jugendfreizeitheime, zu jung für Seniorenstätten. Für die 30- bis 50-Jährigen, die am Rand der Gesellschaft leben, gibt es kaum Angebote. Wo es keine Räume gibt, bleibt nur der öffentliche Platz. Der Hermann-Ehlers-Platz ist ein Test für Steglitz-Zehlendorf. Er zeigt die Kluft zwischen Wohlstand und Not im Bezirk. Wer die Menschen wegschieben will, verlagert das Problem. Wärmestuben oder Obdachlosenheime sind keine dauerhafte Lösung.

Die Forderung ist bescheiden: ein Dach über dem Kopf, ein kostenloser Raum in Steglitz. Vielleicht mit Kicker, Dart und Billard, Duschen und Toiletten, so wünscht es sich Tanja. Der Bezirk sollte sich nicht hinter der Aussage „kein Geld“ verstecken. Neues Pflaster, Grün und Wasserspiele lösen die Probleme auf dem Hermann-Ehlers-Platz nicht.