Kurz vor dem Berliner Staudenmarkt, der an diesem Wochenende, am 5. und 6. September, im Botanischen Garten stattfindet, sind viele Gärtnereien und Baumschulen in den letzten Vorbereitungen. Sie wissen genau, was die Hitze oder den Regen gut überstanden hat, was noch oder bald blüht. Genau diese Pflanzen werden sie auf den Markt mitbringen.

Etwa 60 gärtnerische Betriebe aus fünf Ländern sind auf dem Herbst-Staudenmarkt an mehr als 100 Ständen entlang der 1,6 Kilometer langen Strecke vertreten. An zehn Ständen können sich Pflanzenfreunde zu gärtnerischen Themen und Naturschutz beraten lassen. Gerade hat es noch einmal aktualisierte Informationen zum Staudenmarkt gegeben.

Herbststaudenmarkt im Botanischen Garten
Im Herbst ist Apfelzeit, auch auf dem Staudenmarkt.© Julia Merkel | Julia Merkel

Beste Zeit für Frühlingszwiebeln, zweijährige Blumen und Wintergemüse

Anfang September beginnt die zweite Pflanzsaison – jetzt ist die beste Zeit für Frühlingszwiebeln, zweijährige Blumen und Wintergemüse. Stauden und Gehölze können vor dem Winter noch gut einwurzeln. Traditionell startet auf dem Septembermarkt der Verkauf von Blumenzwiebeln. Das Angebot reicht von klassischen Tulpen und Schneeglöckchen bis zu seltenen Arten wie Puschkinien oder Schneeglanz.

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Hinzu kommen winterharte Kräuter und Bio-Gemüsepflanzen sowie Samen für zweijährige Blüher wie Königskerzen oder Fingerhut. Für Wintergarten und Wohnung gibt es Agaven, Mimosen und verschiedene Zitrusarten. Zu finden ist auch die ganze Bandbreite winterharter Blütenpflanzen, Ziergräser und Blattschmuckstauden. Besonders sehenswert sind Fetthennen, Sonnenhut, Wildastern und Lampenputzergras. Zier- und Obstgehölze, darunter herbstfärbende Fächerahorne und Amberbäume, sowie regionale Apfelsorten, ergänzen das Angebot.

Herbststaudenmarkt im Botanischen Garten
Auf dem Herbstmarkt gibt es viele Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens.© Julia Merkel | Julia Merkel

Winterharte Fuchsien sind das diesjährige Marktmotiv

Zu der großen Auswahl an Pflanzen, die aktuell besonders spannend und im Gespräch sind, gehören winterharte Fuchsien – sie sind das diesjährige Marktmotiv. Fuchsien sind schon seit mehr als 200 Jahren Sammelobjekte. Nur das Überwintern war anstrengend. Mit einer guten Beratung und etwas Glück können sie jetzt direkt ins Halbschatten- und Schattenbeet eingebracht werden.

Herbststaudenmarkt im Botanischen Garten
Wer will, kann sich auch schon mit Kürbissen eindecken.© Julia Merkel | Julia Merkel

Es gibt aber auch neue Züchtungen von frosthärteren Sorten bei Stauden und Gehölzen. Gerade in geschützten Höfen oder Nischen bieten sich damit neue, spannende Pflanzenkombinationen für Gartenliebhaber an. So gibt es zum Beispiel am Stand der Gärtnerei Blütenreich winterharte Begonien und Gladiolen. Die Gärtnerei Stiebritz bringt winterharte Chrysanthemen in Orange, Pink und Bronze auf den Staudenmarkt mit. Und am Stand von Pflanze und Co. sind winterharte Alpenveilchen zu finden, die direkt von der Fensterbank ins Schattenbeet als kleine Frühblüher kommen. Neu auf dem Markt sind auch Maulbeerbäume in verschiedenen Sorten als Superfood aus dem eigenen Garten am Stand der Gärtnerei Hanetzog.

Herbststaudenmarkt im Botanischen Garten
Der Staudenmarkt findet zweimal im Jahr statt, einmal im Frühjahr und einmal im Herbst.© Julia Merkel | Julia Merkel

Viele Obst- und Gemüsepflanzen können jetzt noch gepflanzt und durchaus noch geerntet werden. Dazu gehören Grünkohl in verschiedenen Farben, Palmkohl oder Flower Sprouts – eine Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl. Kiwibeeren und Weintrauben als Fassadenbegrünung oder Spalier sind gerade erntereif und brauchen wenig Platz für den gesunden Snack.

Viele Obst- und Gemüsepflanzen können jetzt noch gepflanzt und durchaus noch geerntet werden.

Aus den Informationen zum Staudenmarkt

Der Trend geht zu heimischen Wildstauden, sie sind immer gefragter. Auf dem Berliner Staudenmarkt werden sie von mehreren, darauf spezialisierten Gärtnereien angeboten. Dazu kommen lokale Samenproduzenten für heimische Blumen-, Stauden-, Wiesen- und Gemüsesamen. Auch diese sollten jetzt noch gesät werden.

„Das Leben ohne Phlox ist ein Irrtum“ soll Karl Foerster, der berühmte Brandenburger Züchter und Gartendesigner, gesagt haben. Wer es ebenfalls mit Blütenstauden und Gräsern hält, wird von der Vielfalt auf dem Staudenmarkt überrascht sein. Jetzt am Sommerende sind besonders die hohen Prachtstauden allein den Marktbesuch wert.

Herbststaudenmarkt im Botanischen Garten
Ab ins Beet, das gilt auch auf dem Herbststaudenmarkt im Botanischen Garten© Julia Merkel | Julia Merkel

Gärtnerei Foerster Stauden bringt Züchtungen ihres Gründers mit

Zum ersten Mal seit vielen Jahren kommt auch die Gärtnerei Foerster Stauden wieder. Natürlich mit Züchtungen ihres Gründers. Der Berliner Staudenmarkt bietet eine ausgesuchte Vielfalt direkt von den Produzenten für die Besucherinnen und Besucher und fördert den Wissensaustausch zwischen Fachleuten und Hobbygärtnern.

Seit 26 Jahren setzt sich der Staudenmarkt für Gartenkultur, Sortenvielfalt und Pflanzenqualität ein. Die Veranstaltung steht für nachhaltige Pflanzenproduktion und Gartengestaltung. Der nächste Staudenmarkt findet am 3. und 4. April 2027 wieder im Botanischen Garten statt.  

Berliner Staudenmarktes Herbst 2026: Samstag, 5., und Sonntag, 6. September, jeweils 9 bis 18 Uhr (der Garten schließt um 19 Uhr), Botanischer Garten Berlin-Dahlem, Eingänge: Königin-Luise-Platz, 14195 Berlin (ExpressBus X83, Bus 101), Unter den Eichen 5–10, 12203 Berlin (Metrobus M48), Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro, bis 6 Jahre freier Eintritt