Der Studenten-Teich im Pompiniuspark, nicht weit von Rost- und Silberlaube der Freien Universität in Dahlem entfernt, ist eigentlich ein kleiner Tümpel. Doch noch bevor der große Regen diese Woche kam, stieg auf einmal der Wasserspiegel. Trotz Hitze wurden Bäume und Wege in der Grünanlage überschwemmt. Ein Phänomen, das viele Fragen aufwarf. Woher kommt auf einmal das Wasser?

in Dahlem ist der Teich im Pompinius-Park übergelaufen
Auch die Wiesen wurden am Studenten-Teich in Berlin-Dahlem geflutet“. © Katrin Lange | Katrin Lange

Besucher im Park sehen den Wasserstand nicht nur gelassen, sondern mit Freude. „Endlich können sich die Fische wieder richtig bewegen“, sagt eine Frau, die auf der Bank sitzt. Ihr Hund war gerade eine Runde planschen, was er sonst auch nicht macht, und lag erschöpft neben ihr.

So richtig erklären kann sie sich den Pegelanstieg nicht. Ihr Begleiter vermutet aber, dass es von einer der Baustellen kommen könnte, die derzeit rund um die Hittorfstraße und den Landoltweg sind. Vielleicht wurde ein Wasserrohr nicht richtig verschlossen, so die Überlegung der beiden Parkbesucher.

Studenten-Teich Berlin-Dahlem: Grünflächenamt hat zumindest eine Erklärung dafür

Auf Nachfrage im Grünflächenamt des Bezirks Steglitz-Zehlendorf gibt es zumindest eine Erklärung dafür. Und die hängt tatsächlich mit Rohren zusammen. Ende vergangener Woche sei Trinkwasser – also zumindest sauberes Wasser – in den Regenwasserkanal eingeleitet worden, erklärt die Referentin des zuständigen Stadtrats Urban Aykal (Grüne) auf Nachfrage der Morgenpost.

Da der Regenwasserkanal in diesem Bereich nicht in die Kanalisation, sondern in diesen Teich geleitet werde, sei dieser nun „geflutet“ worden. „Den Berliner Wasserbetrieben ist es am Montagnachmittag gelungen, diesen Zufluss zu stoppen“, so die Referentin. Gefahr sei nicht im Verzug.

Das bestätigen die Berliner Wasserbetriebe. Was genau passiert ist, kann Sprecherin Astrid Hackenesch-Rump erklären: Im Faradayweg wurde eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Die Arbeiten waren am vergangenen Donnerstag abgeschlossen, doch die notwendigen Laborproben am Freitag nicht mehr zu bekommen. „Die neuen Leitungen mussten aber über das Wochenende kontinuierlich durchgespült werden, damit sich keine Keime bilden“, so Hackenesch-Rump. Da sie aber noch nicht angeschlossen waren, lief das Trinkwasser in den Regenwasserkanal, der wiederum den Studenten-Teich flutete.

Es war also eher ein Versehen, über das vor Ort keiner traurig war. Geht es nach den Besuchern, könnte der Studenten-Teich gern mehr Wasser vertragen. Zur Freude der Fische, der Hunde und für eine bessere Luft.