Wo einst die Welt zu Ende war, beginnt jetzt für Spaziergänger die große Erholung: Das siebte Teilstück des Berliner Mauerwegs zwischen Japaneck und Lichterfelder Allee ist fertig saniert und konnte übergeben werden. Damit ist die Hälfte des Gesamtprojekts zur Modernisierung des Mauerwegs, der einst West-Berlin einschloss, geschafft. Etwa 16 Kilometer des historisch bedeutsamen Weges müssen saniert und ertüchtigt werden. Bis 2028 sollen mindestens drei weitere Streckenabschnitte folgen, darunter in Pankow und Reinickendorf.
Bereits im Frühjahr war die Kirschblütenallee zwischen Lichterfelde und Teltow wieder freigegeben worden. Im vergangenen Jahr mussten Berliner, Brandenburger und Touristen auf einen Ausflug zu den 1100 blühenden Bäumen verzichten, weil die Allee wegen der Bauarbeiten am Mauerweg gesperrt war. Die Kirschblütenallee sollte geschützt und nicht als Umweg genutzt werden.
Mauerweg macht die Geschichte der Teilung erlebbar
Die nun erneuerte zwei Kilometer lange Strecke macht als Teil des Berliner Mauerwegs noch mehr Geschichte erlebbar. Zur Übergabe sagte Andreas Kraus, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Mobilität: „Der Berliner Mauerweg ist mehr als ein Weg – er ist ein Symbol für Teilung und Einheit, ein lebendiges Geschichtsbuch und ein Ort der Begegnung.“ Dieser einzigartige Erinnerungsort sei in dem Teilabschnitt an der Lichterfelder Allee jetzt wieder besser zugänglich.
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Für den Wegebelag des fertiggestellten Abschnitts kam weitestgehend vorhandenes Material direkt vor Ort wieder zum Einsatz. Die Aufbereitung erfolgte nachhaltig und ressourcenschonend; so wurden der Entsorgungsaufwand und der Baustellenverkehr deutlich geringer gehalten. Die historischen Betonrandsteine konnten zur Hälfte in ihrer ursprünglichen Form erhalten und weiterverwendet werden.
20 neue Holzbänke und sechs Informationstafeln
Elf neu gepflanzte einheimische Gehölze ergänzen den Abschnitt und stärken die Biodiversität vor Ort. Mit der grundhaften Sanierung steigt zugleich die Aufenthaltsqualität für die Besucherinnen und Besucher: Entlang des Abschnitts stehen 20 neue Holzbänke mit Sitzauflagen aus verzinktem Stahl sowie neue Abfallbehälter zur Verfügung. Sechs Informationsstelen vermitteln mit historischem Bildmaterial und mehrsprachigen Texten die Geschichte der Berliner Mauer.
Der Abschnitt zwischen Japaneck und Lichterfelder Allee schließt unmittelbar an den bereits ausgebauten Bereich am Jenbacher Weg an. Damit entsteht ein zusammenhängendes Wegenetz von nunmehr fast acht Kilometern, das den Mauerweg in diesem Bereich lückenlos erlebbar macht.
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Der Berliner Mauerweg führt entlang der ehemaligen Grenzanlagen rund um Westberlin und erstreckt sich über 160 Kilometer auf Berliner und Brandenburger Gebiet. Ziel ist es, den ehemaligen Grenzraum mit seinen Relikten zu erhalten und dauerhaft für die öffentliche Nutzung zu sichern.
Für die Ertüchtigung stehen bis 2028 insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt zu 90 Prozent durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW-Tourismus) und zu zehn Prozent durch die Senatsverwaltung für Mobilität und Verkehr. Für die Umsetzung des Projekts ist das landeseigene Unternehmen Grün Berlin zuständig.




