Es gibt große Pläne für das Brücke-Museum in Dahlem: Das landeseigene Haus soll 60 Jahre nach seiner Eröffnung denkmalgerecht saniert, modernisiert und mit einem Neubau vergrößert werden. Architekten sind jetzt aufgefordert, ihre Ideen und Entwürfe in einem Wettbewerb einzureichen, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgelobt hat.
Das Museum am Bussardsteig 9 besitzt die weltweit größte zusammenhängende Sammlung der Künstlergruppe Brücke und eine der bedeutendsten Sammlungen zum deutschen Expressionismus. Das bestehende Ensemble wird mit dem benachbarten Kunsthaus Dahlem zu einem gemeinsamen Museumscampus entwickelt.
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Brücke-Museum in Dahlem: So soll sich das Museum weiterentwickeln
Ziel des zweistufigen Wettbewerbsverfahrens ist es, das Gebäude zu einem zeitgemäßen Museum mit zusätzlichen Flächen für Ausstellung, Depot, Verwaltung, Betrieb, Vermittlung und Forschung weiterzuentwickeln. Das Brücke-Museum wurde 1967 nach einem Entwurf des damaligen Senatsbaudirektors Werner Düttmann errichtet.
„Durch seine Gestaltung und Lage am Rande des Grunewalds bietet das Museum den Besucherinnen und Besuchern ein besonderes Zusammenspiel von Kunst, Natur und Architektur“, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen. Als hochwertig gestaltetes Ensemble aus Bestands- und Neubau solle es zukünftig der Präsentation, Vermittlung und Aufbewahrung der umfangreichen Sammlung gerecht werden.

In der ersten Phase des Wettbewerbs können konzeptionelle Lösungen entwickelt und eingereicht werden. Aus den Entwürfen wählt ein Preisgericht Anfang Juni 2026 bis zu 20 Arbeiten aus. Der Siegerentwurf wird Anfang September 2026 prämiert und vorgestellt. Seit 1995 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Es weist einen erheblichen Sanierungs- und Modernisierungsstau auf, besonders bei der Technik. Der Grund für die Erweiterung der Ausstellungs- und Depotflächen ist der zunehmende Bedarf an Platz für die gewachsene Sammlung. Das Museum muss aber auch den wachsenden Besucherzahlen und den Anforderungen an die heutige Arbeitswelt gerecht werden.
Eins der bedeutendsten Häuser der klassischen Moderne
Das Dahlemer Haus gehört zu den bedeutendsten Museen für die klassische Moderne. Den ersten Grundstein legte eine Schenkung des Brücke-Künstlers Karl Schmidt-Rottluff. Die Werke brauchten einen Präsentationsort, deshalb wurde dann das Gebäude errichtet. Es sollte ein einfaches Haus werden, so der Wunsch von Schmidt-Rottluff. Nur so konnten seiner Ansicht nach ideale Bedingungen für die Präsentation der Bilder der Brücke-Künstler geschaffen werden.
Eine dauerhafte Präsentation der international bedeutenden Sammlung wird erst durch ein erweitertes Raumangebot möglich.
Aus den Ausschreibungsunterlagen
In den 1980er Jahren wurde das Brücke-Museum erstmals erweitert, seit 1990 folgten immer wieder kleinere Umbau- und Sanierungsarbeiten. Heute entsprechen weder die Größe noch die technischen Anlagen den modernen Ansprüchen an einen musealen Ausstellungsbetrieb. Das Brücke-Museum ist heute ein lebendiger Ort für ein sehr unterschiedliches Publikum. So kommen nicht nur einzelne Touristen und viele ältere Menschen in das Museum. Zu der größten Besuchergruppe gehören mittlerweile Familien mit Kindern, Schul- und Studienklassen sowie Seniorengruppen.
Wechselnde Ausstellungen mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Sammlung
Jährlich werden drei bis vier wechselnde thematische Ausstellungen erarbeitet, die unterschiedliche Perspektiven auf die Sammlung zeigen. „Eine dauerhafte Präsentation der international bedeutenden Sammlung wird jedoch erst durch ein erweitertes Raumangebot möglich“, heißt es zum Wettbewerbsverfahren. Ausgehend vom denkmalgeschützten Bestand soll das Brücke-Museum künftig über eine doppelt so große Ausstellungsfläche verfügen, die genügend Raum für Dauer- und Wechselausstellungen bietet.
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Geplant sind noch zusätzliche Räume, um Besuchern die Arbeit der Künstlergruppe näherzubringen, sowie ein Café und ein Museumsshop. So soll das Haus auch für die internationalen Besucher noch attraktiver gestaltet werden. Um die Sammlungsstücke, die gerade nicht gezeigt werden, angemessen zu lagern, werden neue Depotflächen geschaffen.
Die Künstlergruppe „Brücke“ wurde 1905 in Dresden von Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff gegründet. Zur Gruppe zählten auch Max Pechstein, Otto Mueller und zeitweise Emil Nolde. Sie war eine der einflussreichsten Vereinigungen von Malern des deutschen Expressionismus und ein Wegbereiter der modernen Kunst. Herausragende Merkmale der Werke der Künstler sind die leuchtenden Farben, starke Konturen und eine extreme Vereinfachung der Formen. 1913 löste sich die Gruppe in Berlin auf.




