Die Nachbarschaft rund um den Paulinenplatz in Lichterfelde West ist überaus aktiv und weit gekommen: Sie hat den kleinen verwahrlosten Ort an der Paulinenstraße und dem Kadettenweg wieder zu einem Schmuckplatz umgestaltet, ihm wieder einen Namen gegeben und die Pflege organisiert. Doch neben den regelmäßigen Einsätzen gibt es auch immer wieder Feste und Veranstaltungen. So fand auch kürzlich wieder ein Nachbarschaftsfest statt, das ein ganz besonderes war.

Michael und Elisabeth Schroeren auf dem Paulinenplatz. Sie haben die Nachbarschaftsinitiative gegründet.
Michael und Elisabeth Schroeren auf dem Paulinenplatz. Sie haben die Nachbarschaftsinitiative gegründet.© Katrin Lange | Katrin Lange

Mit einem Bläser-Konzert und einer Benefiz-Kunstauktion auf dem Paulinenplatz haben Anwohnerinnen und Anwohner insgesamt 5.235,09 Euro an Spenden für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen gesammelt. „Wir freuen uns, die wertvolle Arbeit von Ärzte ohne Grenzen wie in den Vorjahren mit über 5000 Euro unterstützen zu können“, sagte Elisabeth Schroeren, eine der Initiatorinnen des traditionellen Festes. „Der gemeinsame Einsatz der Nachbarschaft hat sich gelohnt!“

Nachbarschaftsinitiative Paulinenplatz hat das Fest organisiert

Drei Stunden dauerte das Fest, zu dem die Nachbarschaftsinitiative Paulinenplatz eingeladen hatte. Die musikalische Begleitung hatte das Ensemble „Zentral Blech“ übernommen. Die neun Musiker sind Teil des Blasorchesters Zentral Kapelle und begeisterten das Publikum mit schwungvollen Melodien und Rhythmen. Zu den rund 200 Gästen des Nachbarschaftsfestes auf dem Paulinenplatz gehörten auch der Umweltstadtrat Urban Aykal (Grüne), Jugendstadträtin Carolina Böhm (SPD) und der Stadtrat für Bürgerdienste Tim Richter (CDU). 

Heute ist der Paulinenplatz wieder ein schöner Schmuckplatz.
Heute ist der Paulinenplatz wieder ein schöner Schmuckplatz.© Katrin Lange | Katrin Lange

Bei der Benefiz-Versteigerung kamen 15 Kunstwerke unter den Hammer, die Künstlerinnen und Künstler aus ihren Ateliers und mehrere Lichterfelder aus ihren privaten Sammlungen gestiftet hatten. Darunter befanden sich nicht nur Arbeiten von Künstlerinnen wie Liane Käs, Christiane Lenz, Elvy Lütgen und Gisela Manz, sondern auch seltene Werke namhafter Vertreter zeitgenössischer Kunst wie Achim Freyer, Klaus Müller-Rabe, Gert Schulze und Wolfgang Petrick.

Die Rolle des Auktionators hatte erneut der frühere ARD-Korrespondent Hans Jessen übernommen. Nach dem Ende der spannenden „Bietergefechte“ hatten alle Werke neue Besitzer gefunden und die Veranstaltenden konnten Bilanz ziehen. „Wieder einmal hat sich gezeigt, wie wichtig aktive Nachbarschaft ist und was sie bewirken kann“, so Elisabeth Schroeren.

Der tonnenschwere Granitstein erinnert an die Königlich-Preußische Hauptkadettenanstalt, die von 1878 bis 1920 in der heutigen Finckensteinallee war. Der Stein wurde von den letzten Absolventen der Militärschule 1980 auf dem Platz aufgestellt.
Der tonnenschwere Granitstein erinnert an die Königlich-Preußische Hauptkadettenanstalt, die von 1878 bis 1920 in der heutigen Finckensteinallee war. Der Stein wurde von den letzten Absolventen der Militärschule 1980 auf dem Platz aufgestellt.© Katrin Lange | Katrin Lange

Sie hatte gemeinsam mit ihrem Mann Michael Schroeren im Sommer 2020 die Initiative ergriffen und die Nachbarn aufgerufen, dem Paulinenplatz seine alte Gestalt und seinen Namen zurückzugeben. Daraus entstanden ist die Nachbarschaftsinitiative Paulinenplatz. Unterstützung kam unter anderem vom Bezirksamt und der Königlichen Gartenakademie.