Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit steht der Termin für die Eröffnung der neuen Moltkebrücke jetzt fest: Am 1. Juli soll die Brücke am S-Bahnhof Botanischer Garten in Lichterfelde West in Betrieb genommen werden. Wie die Senatsverkehrsverwaltung bestätigt, erfolgt an diesem Tag die „offizielle Verkehrsfreigabe“. Der Termin werde bereits entsprechend vorbereitet, erklärt Pressesprecher Michael Herden auf Anfrage der Morgenpost.

Das bedeutet, dass bis dahin bereits weitere Schritte in Richtung Normalität erfolgen. „Es werden einzelne angrenzende Bereiche der anliegenden Gehwege, Parkplätze und Straßen gegebenenfalls bereits im Vorfeld wieder zur Nutzung freigegeben“, so Herden. Aber das Überqueren der Brückenverbindung mit Fahrzeugen sei erst zum 1. Juli eingeplant.

Ursprünglich war die Eröffnung der Molkebrücke, die die Kieze zwischen Gardeschützenweg und der Straße Unter den Eichen verbindet, bereits im ersten Quartal 2024 vorgesehen. Von einer Verzögerung will Michael Herden dennoch nicht sprechen. Grund seien zusätzliche Leistungen der verschiedenen Leitungsbetriebe und der Deutschen Bahn AG gewesen, so der Sprecher.

Die alte Brücke war abgerissen, die neue noch nicht da: Nur eine Behelfsbrücke für Fußgänger verband die Kieze.
Die alte Brücke war abgerissen, die neue noch nicht da: Nur eine Behelfsbrücke für Fußgänger verband die Kieze.© Katrin Lange | Katrin Lange

Aus diesem Grund hätten noch nicht in allen Bereichen die Arbeiten abgeschlossen werden können. Am Eröffnungstermin sei alles fertig, auch die Baustelleneinrichtung soll bis zu diesem Tag zurückgebaut werden. Ein Fest wird es von Seiten der Senatsverkehrsverwaltung nicht geben, lediglich die offizielle Freigabe für den Verkehr.

Damit kehrt das alte Leben in den Kiez wieder zurück. Seit Jahren mussten Anwohner und S-Bahn-Kunden Umwege und Einschränkungen in Kauf nehmen. So konnte die Moltkebrücke am Schluss nur noch eingeschränkt genutzt werden. Autofahrer durften die Brücke nur noch auf einer Fahrbahn in Richtung Steglitz befahren. Für die andere Richtung galt eine Umleitung.

Die alte dreifeldrige Balkenbrücke wurde von 1908 bis 1909 aus genietetem Flussstahl errichtet. Sie hatte eine Länge von knapp 40 Metern und war 15 Meter bereit. Vor etwa zehn Jahren wurde festgestellt, dass die Statik nicht mehr ausreichte. Daraufhin musste der Lkw-Verkehr auf zwölf Tonnen beschränkt werden. Bei einer späteren Überprüfung des Bauwerks wurden weitere Schäden dokumentiert. Stahlüberbau und Lager wiesen starke Korrosionsschäden auf. Schließlich kamen nur noch Abriss und Neubau infrage.