Der Kampf um den Kranoldplatz in Lichterfelde Ost geht weiter: Nachdem kürzlich sechs Initiativen knapp 2000 Unterschriften für einen Einwohnerantrag zur Neugestaltung des Kranoldplatzes im Rathaus Zehlendorf übergeben haben, zieht der CDU-Ortsverband Lilienthal jetzt nach. Auch die CDU-Mitglieder haben Unterschriften gesammelt und die Listen mit mehr als 1000 Befürwortern übergeben. Ihre Forderung: „Kranoldmarkt erhalten“.
Beide Einwohneranträge werden in einer der nächsten Sitzungen der Bezirksverordneten auf der Tagesordnung stehen. Sie haben zwar verschiedene Zielrichtungen, aber auch eine Gemeinsamkeit: In beiden Anträgen soll der Wochenmarkt auf dem Platz erhalten bleiben. Allerdings befürchten der CDU-Ortsverband und die Markthändler, dass sich ein Umbau des Platzes mit dem Erhalt des Kranoldmarktes nicht vereinbaren lässt.
Deshalb fordert der CDU-Ortsverband in seinem Antrag das Bezirksamt auf, „dass keine baulichen Maßnahmen am und auf dem Kranoldplatz durchgeführt werden, die den Wochenmarkt in seinem Umfang, seinem Angebot und seiner Zugänglichkeit zeitweise oder dauerhaft beeinträchtigen, beschränken oder behindern.“ Insbesondere sei sicherzustellen, dass die Nutzfläche und die Befahrbarkeit des Platzes im vollen Umfang erhalten bleibt.
Das wird sich bei den Plänen der sechs Initiativen nicht umsetzen lassen. Denn sie gehen davon aus, dass die Händler zumindest für die Zeit der Bauarbeiten in ein Ausweichquartier umziehen müssen, entweder in die Brauerstraße oder in den Oberhofer Weg. Das jedoch lehnen die Händler ab, weil sie befürchten, dass sie Kunden verlieren.
Das Bündnis der Kiezinitiativen setzt sich dafür ein, dass sich der Kranoldplatz zu einem lebendigen Zentrum von Lichterfelde Ost entwickeln kann. Der Platz soll ein Ort vielfältiger sozialer und kultureller Begegnung werden – sowohl an Markttagen als auch an allen anderen Tagen der Woche, an denen er bislang nur ein Parkplatz ist.
Nicht viel anders klingt es beim CDU-Ortsverbands: Er will mit dem Einwohnerantrag den Kranoldplatz als lebendigen Treffpunkt und Markt von Lichterfelde-Ost erhalten. Allerdings: „Bauliche Veränderungen würden die vielfältigen Nutzungen und die Tradition des Marktplatzes zerstören“, heißt es. Nun ist der Ball bei den Bezirksverordneten: Sie werden nach einer Debatte über beide Anträge abstimmen.



