Nach langem Stillstand ist die ehemalige Raststätte Dreilinden an der Avus verkauft worden. Die neue Eigentümerin ist die Berliner Kette Autohaus Gotthard König GmbH. Das berichtete der RBB unter Berufung auf eine Mitteilung des Unternehmens. Demnach will die Autohaus-Kette die Immobilie wieder in einen Gastronomiebetrieb und Treffpunkt für Automobil-Begeisterte umwandeln. Der Standort soll mit Vorsicht und unter den geltenden Denkmalschutzauflagen wiederhergestellt werden. Die ursprüngliche Architektur soll vollständig erhalten und wiederbelebt werden.

Patrick Steinhoff (CDU), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Steglitz-Zehlendorf, hatte der Berliner Morgenpost Anfang Oktober den Verkauf bestätigt. "Der Käufer plant, zeitnah in die Entwicklung des Gebäudes und des Areals einzusteigen. Der Käufer möchte sich und die Pläne allerdings erst der Öffentlichkeit präsentieren, wenn diese konkretisiert sind." Einen Kaufpreis nannte er nicht.

Raststätte Dreilinden: Unternehmer fand für seine Vorhaben keine Partner

Graffiti und Vandalismus. Seit Jahren herrscht Stillstand. Ob sich das mit dem neuen Eigentümer bald ändern wird?
Graffiti und Vandalismus. Seit Jahren herrscht Stillstand. Ob sich das mit dem neuen Eigentümer bald ändern wird?© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Das dreigeschossige Stahlbetongebäude an der A115 wurde 1973 eröffnet. Doch schon ein paar Jahre später ging der Pächter pleite. Ende der 1970er-Jahre wurde ein Imbiss im Erdgeschoss eingerichtet. Doch spätestens mit der Grenzöffnung spielte die Raststätte Dreilinden am sogenannten "Checkpoint Bravo" keine Rolle mehr.

Danach probierte der Unternehmer Thomas Drechsel sein Glück. Er ersteigerte das Areal 2010, welches zuvor dem Bund gehörte, für 45.000 Euro. Drechsel wollte das Ensemble zu einem Veranstaltungsort ausbauen mit Diskothek, einem American Diner und einem Billighotel. Ihm lagen bereits Baubescheide und Genehmigungen vor, doch er fand für seine Vorhaben keine Partner.

Chef einer Baumaschinen-Firma hatte viele Ideen für die Raststätte

Danach war die Raststätte im Besitz des Unternehmers Werner Scharwächter. Der Chef einer Baumaschinen-Firma ersteigerte im Juni 2012 die Autobahnraststätte für 535.000 Euro. Zuerst wollte er es zu einem Lagerplatz für Baumaschinen machen, dann zu einem Ausstellungsort für chinesische Natursteine. Beide Ideen lehnte der Bezirk Steglitz-Zehlendorf wegen der exponierten Lage des Baudenkmals vor den Toren der Stadt ab. Scharwächters Vorschläge, einen Vergnügungspark oder eine Bootsausstellung an dem geschichtsträchtigen Ort aufzubauen, wurden ebenfalls nicht genehmigt.

Dann, 2014, sollte das Gelände mit dem markanten runden Gebäude ein Treff für Autoliebhaber werden, mit Oldtimern, Werkstätten, Büros und Restaurant. Dem Oldtimerzentrum stimmte auch der Bezirk zu. Doch trotz der Genehmigung passierte jahrelang nichts. 2019 plante der Geschäftsmann dann, ein Hotel an dem historischen Ort an der Autobahn zu errichten, auch das blieb erfolglos. Bis 2002 hatten noch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zollamts ihre Büros auf dem Gelände. Seitdem stand der futuristische Bau leer.

BM