Verkehr

Poller sollen weg: Neuer Radweg in Lichterfelde gefordert

CDU-Fraktionschef Torsten Hippe will die Spur mit Pollern zurückbauen lassen. Bei der Neuanlage sollen die Anwohner beteiligt werden.

Gut gesichert mit Pollern: Der Radweg im Dahlemer Weg in Lichterfelde

Gut gesichert mit Pollern: Der Radweg im Dahlemer Weg in Lichterfelde

Foto: Katrin Lange

Berlin. Die Anwohner lachen oder schütteln den Kopf über den neu angelegten Radweg im Dahlemer Weg, die Grünen verteidigen die mit Pollern gesicherte Spur und die CDU schimpft, dass der Radweg, „das Ergebnis einer lautstarken Lobby von ‘Berufsradlern’ sei, ohne Bezug zu normalen Radfahrern, die aus Freude ihr Rad benutzen. „Überbreite Radwege sind ebenso sinnvoll, wie es zehn Meter breite Pkw-Spuren wären“, sagt CDU-Fraktionschef Torsten Hippe. Die einzig sinnvolle Lösung seiner Ansicht nach: Rückbau und den alten Radweg auf dem Bürgersteig sanieren.

Das wäre dann die dritte Variante, die vor allem viele Anwohner von Anfang an favorisiert haben. Bei der ersten Variante wurde der neue Radweg zwischen die Park- und Fahrspur verlegt. Autofahrer mussten immer wieder auf die Radspur ausweichen, weil ihre Spur viel zu schmal war. Nach heftigen Protesten von Anwohnern und Nutzern wurden die Arbeiten abgebrochen. Die zweite Variante war dann die Pollerlösung. Die Parkspur wurde aufgehoben und dort der neue Radweg angelegt, der mit flexiblen Pollern vom Autoverkehr abgetrennt wurde. Völlig überdimensioniert und unnötig, hieß es jetzt.

Mobilitätsgesetz spricht gegen Sanierung des Radweges

Warum konnte man nicht den alten Radweg auf dem Gehweg sanieren, fragten viele Anwohner und Kritiker. Gerade auf der Brücke gibt es nur wenige Fußgänger und die Radfahrer sind auch nicht gerade massenhaft unterwegs. Doch dagegen spricht das neue Mobilitätsgesetz, das im Sommer 2018 in Kraft getreten ist. „Danach sollen gemeinsame Geh- und Radwege sowie für den Radverkehr freigegebene Gehwege möglichst vermieden werden“, heißt es aus der Senatsverkehrsverwaltung. Für den Radverkehr seien vom Kfz- und Fußverkehr getrennte Radverkehrsanlagen vorzusehen. Aus diesem Grund wurde auch der Radweg in der Königstraße in Wannsee vom Gehweg auf die Straße verlegt. Auch darüber schütteln viele Steglitz-Zehlendorfer den Kopf.

Der abgepollerte Radweg im Dahlemer Weg, der auf Kosten der Brückenbreite geht, sei „Blödsinn“, so Torsten Hippe. Die CDU sei für Radwege, aber keine, die gegen den Willen der Betroffenen geschaffen werden. Deshalb müssten bei einer Neuplanung alle Anwohner beteiligt und ihrer Kritik Rechnung getragen werden. Bernd Steinhoff, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Steglitz-Zehlendorf, verteidigt den neuen Radweg. „Der erste geschützte Radstreifen im Bezirk bringt einen großen Gewinn an Sicherheit“, sagt der verkehrspolitische Sprecher. Der alte Radweg auf dem Gehweg sei zu schmal gewesen und mit den erhöhten Kantensteinen zu gefährlich.

Der Radweg auf dem Dahlemer Weg ist ein Modellversuch. Deshalb werde er ohnehin genau beobachtet, hatte die verantwortliche Stadträtin Maren Schellenberg (Grüne) im Verkehrsausschuss gesagt. Ob der Modellversuch funktioniert, wird nach einiger Zeit zu überprüfen sein.

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