Postplatz

Neue Eingänge am S-Bahnhof Zehlendorf

Die Pläne für den S-Bahnhof Zehlendorf stehen. Bis Ende 2024 soll das Bauvorhaben am Teltower Damm abgeschlossen sein.

Berlin. Der Zeitplan für den Bau der neuen Bahnbrücke am S-Bahnhof Zehlendorf steht. Bis Ende 2024 soll das Bauvorhaben am Teltower Damm abgeschlossen sein. Allerdings werden in diesem Zeitraum nur zwei Zugänge zu den Gleisen entstehen: Der heute schon bestehende Aufgang am Teltower Damm wird umgebaut und ein zweiter auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Höhe des Radiogeschäftes neu gebaut. Ein dritter Zugang ist am Platz vor der ehemaligen Post – daher auch Postplatz genannt – geplant. „Für diesen Zugang ist die Finanzierung unklar“, sagte Steffen Klatte, Projektleiter bei der DB Netz AG, auf einer Informationsveranstaltung am Dienstagabend im Rathaus Zehlendorf. Deshalb würden die Planungen für den Übergang am Postplatz ruhen.

Genau diesen neuen Zugang hatte sich aber die Bürgerinitiative Zehlendorf nach Jahren der Auseinandersetzung mit der Bahn und dem Senat erkämpft. Sie hatte am Dienstag zu der Veranstaltung eingeladen – eigentlich um zu erfahren, wie der Bau des neuen Zugangs am Postplatz ablaufen soll.

Ausgang Postplatz ist wichtig für Schulen und Krankenhaus

Jetzt mussten sie von Bahn-Projektleiter Klatte hören: „Eine gemeinsame Realisierung der Zugänge am Teltower Damm und am Postplatz ist nicht mehr möglich, weil der Zugang am Postplatz nicht bei der Bahn bestellt wurde.“ Die Begründung: Es bestehe weiterhin Abstimmungsbedarf zwischen dem Land Berlin und den Bahnunternehmen zur rechtlichen Genehmigung und zur wirtschaftlichen Realisierung. Bis zur Klärung dieser Probleme können keine weiteren Planungen für diesen Zugang durchgeführt werden.

Im Jahr 2016 wurde die Variante für den Postplatz – eine acht Meter breite Unterführung zwischen Anhaltiner und Machnower Straße mit Zugang zum Bahnsteig – entschieden. Dass dieser Westzugang bis heute nicht ordentlich bei der Bahn bestellt wurde, bedeutet für Christian Küttner, Sprecher der Bürgerinitiative Zehlendorf „Gefahr im Verzug“. Das Land Berlin und der Bezirk Steglitz-Zehlendorf müssten sich endlich entscheiden, wie der Zugang aussehen solle. Alle Planungen müssten bis Februar 2019 abgeschlossen sein. „Wenn die Entscheidung für den Postplatz bis dahin nicht gefallen ist, geht das Genehmigungsverfahren für die Brücken ohne den Postplatz-Zugang los, und dann wird er vielleicht nie gebaut“, so Küttner. Seines Erachtens gehe es zwischen Senat und Bahn viel zu sehr darum, wer was bezahlt, und viel zu wenig darum, welche Lösung für die nächsten hundert Jahre die beste ist. Auch für die knapp hundert Zuhörer im Saal kam die Nachricht überraschend. Viele plädierten in der Diskussion dafür, dass der Zugang am Postplatz der wichtigere sei, nicht zuletzt für die Anbindung der Wohngebiete und Schulen sowie des Behring-Krankenhauses.

Nach Auskunft der Senatsverkehrsverwaltung ist der Zugang am Postplatz noch geplant, aber in einer anderen Form. „Das Land Berlin hat eine Bestelländerung gegenüber der DB AG ausgelöst“, sagt Sprecherin Dorothee Winden. Die Eisenbahnüberführung Postplatz sei nicht mehr als Überführung, sondern als reiner Bahnhofszugang geplant. Diese Bestelländerung und mögliche Auswirkungen auf das Vorhaben würden gegenwärtig geprüft.

Bis Februar 2022 sollen alle Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein. Von März 2022 bis Dezember 2024 sind Ausschreibungen und Bau geplant. Um die zwei Zugänge unterhalb der Brücke zu realisieren, wird das Bauwerk von derzeit 14 auf 19 Meter verbreitert. Die neuen Widerlager, auf der die künftige Brücke montiert wird, lassen nach Aussagen des Projektleiters später auch eine Wiederaufnahme des Betriebs der Potsdamer Stammbahn zu.

Im Zuge des Brückenausbaus wird die Straße so abgesenkt, dass die Durchfahrtshöhe 4,50 Meter beträgt. Während der Arbeiten soll der Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn erhalten bleiben, allerdings nur eingleisig im Baustellenbereich. Die Bahnsteige werden über einen Behelfszugang zu erreichen sein, die Unterführung am Teltower Damm bleibt offen. Es könne jedoch Zeiten geben, in denen alles gesperrt werde, so Bahn-Projektleiter Steffen Klatte. „Wenn die Brücke am Kran hängt, kann keiner den Bahndamm queren.“

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