Technisches Problem

Neues Kraftwerk in Lichterfelde wird noch später fertig

Die Inbetriebnahme des neuen Heizkraftwerks muss zum dritten Mal verschoben werden. Grund dafür ist ein technisches Problem.

Die drei Türme des Heizkraftwerks Lichterfelde werden abgerissen

Die drei Türme des Heizkraftwerks Lichterfelde werden abgerissen

Foto: imago stock / imago/Joko

Berlin.  Bereits zum dritten Mal muss die Inbetriebnahme des neuen Heizkraftwerks in Lichterfelde verschoben werden. Im Mai 2014 wurde der Grundstein für das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk am Barnackufer gelegt. Ursprünglich sollte der Neubau 2016 ans Netz gehen, dann hieß es 2017, da der Anwohnerschutz gewährleistet werden musste. Als der Termin näher rückte, wurde die Inbetriebnahme für November 2018 bekanntgegeben. Zu der Verzögerung führte nach Vattenfall-Angaben die komplizierte Baustellenlogistik mitten im Wohngebiet. Den dritten Aufschub fordert nun ein technisches Problem. Neuer Starttermin soll laut Betreiber Vattenfall der 1. Februar 2019 sein.

„Während der Inbetriebnahmeaktivitäten der neuen Anlage in Lichterfelde trat ein Defekt im Hochdruckteil der Dampfturbine auf“, sagt Olaf Weidner, Sprecher von Vattenfall. Der Hoch- und Mitteldruck-Rotor hätte zur Reparatur zurück in das Werk transportiert werden müssen. Parallel dazu untersuchten Experten die Ursache des Problems, um es zu beseitigen.

Nach der Rückkehr des Turbinenteils soll die Inbetriebnahme fortgesetzt werden können. „Wir schätzen derzeit die Verzögerung, die durch die Instandsetzung und den Wiedereinbau der Dampfturbine entsteht, auf etwa drei Monate“, so Weidner. Die Inbetriebnahmeaktivitäten würden voraussichtlich Mitte September wieder aufgenommen werden. Die Sicherheit der Wärmeversorgung der Berliner Kunden ist nach Auskunft des Vattenfall-Sprechers durch diese Verzögerung nicht gefährdet.

Schornsteine gehören zu den optischen Wahrzeichen

Unklar bleibt damit aber weiterhin, wann die drei Schornsteine des alten Kraftwerks fallen. Seit mehr als 40 Jahren gehören sie zu den optischen Wahrzeichen von Steglitz-Zehlendorf. Sicher ist, dass sie abgerissen werden sollen. „Über den Zeitplan der Rückbauten am alten Heizkraftwerk wird entschieden, sobald das neue Kraftwerk zuverlässig am Netz ist“, sagt Weidner.

Es wird nach seiner Inbetriebnahme 100.000 Haushalte im Berliner Südwesten versorgen und den Ausstoß von Kohlendioxid um jährlich bis zu 170.000 Tonnen reduziert. Zudem kann die Anlage direkt auf die sich ändernde Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom reagieren und die erneuerbaren Energien in die Produktion integrieren. Vattenfall investiert nach eigenen Angaben mehrere Hundert Millionen Euro in den Standort.

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