Sehenswürdigkeit

Schloss auf der Pfaueninsel wird sechs Jahre lang saniert

Die Innenräume sind am Sonntag zum letzten Mal für Besucher geöffnet. Zur anstehenden Sanierung wird es Sonderführungen geben.

Das Schloss auf der Pfaueninsel schließt ab Montag seine Tore für umfassende  Instandsetzungsarbeiten. In den nächsten sechs Jahren wird es auf Schäden untersucht und saniert

Das Schloss auf der Pfaueninsel schließt ab Montag seine Tore für umfassende Instandsetzungsarbeiten. In den nächsten sechs Jahren wird es auf Schäden untersucht und saniert

Foto: Bernd Settnik / dpa

Berlin.  Das Dach wurde mehrfach geflickt, in der Eisengussbrücke sind Risse, Holzbalken an der Fassade und an Decken faulen – die Liste der Mängel und Schäden, die das Schloss auf der Pfaueninsel aufzuweisen hat, ist ziemlich lang. Die letzte Sanierung des mehr als 200 Jahre alten Schlosses auf der Havelinsel ist 45 Jahre her. Jetzt hat die „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten“ (SPSG) eine umfassende Generalsanierung geplant – sechs Jahre lang soll sie dauern. Am Sonntag ist die vorerst letzte Chance bei einem Fest von 11 bis 18 Uhr die teilweise original erhaltenen Innenräume aus der Zeit um 1800 zu besichtigen. Am Montag, 20. August, werden die Türen bis 2024 schließen.

Arbeiten nur im Sommerhalbjahr

Die lange Bauzeit liegt nach Aussagen der Stiftung darin begründet, dass vor allem nur im Sommerhalbjahr gearbeitet werden kann. Denn die empfindlichen, originalen Oberflächen im Gebäudeinneren müssten geschont werden, heißt es. Die Pfaueninsel bleibe aber als Ausflugsziel im Berliner Südwesten trotz Bauarbeiten am Schloss durchgehend für Besucher zugänglich. So ist in den Sommermonaten die Meierei auf der Pfaueninsel weiterhin geöffnet.

Herausforderung wird das alte Fachwerk

Die Außenwände bestanden anfangs aus einer nur bedingt wetterdichten Holzverschalung, die seit dem 19. Jahrhundert immer wieder ersetzt wurde. Jetzt ist die Holzverschalung durch Witterungseinflüsse so stark beschädigt, dass auch das darunterliegende Fachwerk angegriffen ist. Noch ist nicht klar, wie groß der Umfang der Schäden ist. Sicher ist aber, dass bei der anstehenden Sanierung die Außenhaut ausgetauscht und die Holzkonstruktion ertüchtigt werden muss.

Geplant sind zudem die Erneuerung des Dachs aus Zinkblech, die Kellersanierung, die Instandsetzung der Fenster, die Restaurierung der Eisengussbrücke und Konservierungsarbeiten an den Oberflächen der Innenräume. Die Gesamtkosten der Schloss-Sanierung liegen bei 4,2 Millionen Euro. Die Summe wird über ein Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten von Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg finanziert. Für Planung und Bau werden jeweils drei Jahre veranschlagt, also insgesamt sechs Jahre.

Das Schloss wurde 1794 bis 1795 für König Friedrich Wilhelm II. und seine Mätresse Gräfin Lichtenau als Rückzugsort errichtet. Diese Pläne zerschlugen sich mit dem Tod des Königs 1797. Von 1798 bis 1839 besuchte König Friedrich Wilhelm III. regelmäßig die Insel – bis 1810 mit Königin Luise. Nach ihrem Tod nutzte die königliche Familie die Pfaueninsel für Zusammenkünfte im Gedenken an Luise. Seit 1840 wird das Schloss als Museum genutzt. Heute ist es Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Am Sonntag können Besucher auf dem Inselfest „Butter für den König“ rund um die Meierei bei der Herstellung von Molkereiprodukten zusehen. Zur anstehenden Schloss-Sanierung wird es Sonderführungen geben.

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