Es sind vor allem warme Worte, die am Dienstagabend in der Dreilinden-Grundschule in Nikolassee ausgetauscht werden. Etwa 150 Einwohner des Ortsteils hatten sich zu einer Veranstaltung wegen der gestiegenen Zahl der Einbrüche in der Gegend verabredet. Gekommen waren neben dem Justizsenator Thomas Heilmann und dem Bundestagsabgeordneten Karl-Georg Wellmann (beide CDU) auch zwei hochrangige Vertreter der Polizei: Polizeipräsident Klaus Kandt und der Direktionsleiter für diese Gegend, Andreas Pahl.
Hintergrund ist die Sorge der Anwohner um ihr Hab und Gut. In den vergangenen Wochen haben sich die Taten in dem Ortsteil im Südwesten gehäuft. Viele Anwohner fühlen sich nicht mehr sicher.
Die Beruhigungsversuche schlugen am Abend teils fehl. Vor allem Kandt geriet häufig unnötig in die Angriffshaltung und verteidigte den klammen Berliner Haushalt („Offenbar zahlen Sie nicht genug Steuern!“) oder die geringe Polizeidichte („Vor jedes Haus können wir keinen Beamten stellen“). Auch die von ihm vorgetragenen Zahlen und Fakten beruhigten die Bürger nicht. Einer erzählte vom Einbruch, den er verhindern konnte, bei dem ihm durch einen Zufall die E-Mail-Adresse des mutmaßlichen Täters in die Hände fiel: „Doch die Staatsanwälte wollten sich nicht darum kümmern“, sagte er, „weil der Schaden zu gering war.“
Besserung durch die Taskforce „Einbruch“ in Sicht
Solche und ähnliche Fälle konnte Senator Thomas Heilmann zumindest mit dem EU-Recht in Verbindung bringen und darauf verweisen, dass durch eine eingerichtete Taskforce „Einbruch“ zumindest schon zum Teil Besserung in Sicht sei. Auch auf europäischer Ebene wolle er sich in den kommenden Jahren für eine Verbesserung der Lage einsetzen. „Aber beim Thema Vorratsdatenspeicherung wird es eben kompliziert“, sagte er.
Wie nötig politisches Handeln sei, machten die Zahlen deutlich, die den Anwesenden das Gefühl vermittelten, mit ihren Sorgen nicht allein zu sein. In Nikolassee habe es 44 Einbrüche gegeben. In Deutschland stieg die Zahl in den vergangenen fünf Jahren von 108.000 auf 144.000, in Berlin von 8000 auf 12.000. Davon betroffen war auch die Wohnung des Ex-BND-Chefs August Hanning. Auch der saß mit unter den Anwohnern – als Betroffener.
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