Wer heute zur General-Steinhoff-Kaserne in Kladow will, fährt durch Wohngebiete – vorbei an Einfamilienhäusern und dem Militärhistorischen Museum. Doch diese Zufahrt entspricht nicht mehr den Sicherheitsanforderungen der Bundeswehr. Deshalb plant das Kommando Luftwaffe eine neue Hauptzufahrt mit direktem Anschluss an die Bundesstraße B2.
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Die Bundeswehr begründet den Bedarf mit veränderten Vorschriften. „Der Kasernen-Zufahrtsbereich entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsanforderungen“, erklärt ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur. Die Bedarfsforderung für eine neue Zufahrt wurde bereits anerkannt.
Das Kommando Luftwaffe als Hauptnutzer der Kaserne hat den Bedarf einer neuen Zuwegung beantragt. „Ein vorschriftenkonformer Umbau ist nicht möglich“, erklärt ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr gegenüber der Morgenpost. Die neue Straße soll künftig als Hauptzufahrt für alle Nutzer der Kaserne und Besucher des Militärhistorischen Museums Gatow dienen. Die Kosten trägt die Bundeswehr.
Wo soll die Straße verlaufen?
Bezirksstadtrat Thorsten Schatz (CDU) bestätigt, dass sich die Bundeswehr „aus militärischen Gründen“ mit dem Bedarf einer alternativen Zufahrt an ihn gewandt habe. Er war bereits zu einem Ortstermin in der General-Steinhoff-Kaserne, bei dem das beabsichtigte Vorhaben erörtert wurde. „Das Bezirksamt unterstützt das Vorhaben der Bundeswehr grundsätzlich“, erklärt Schatz.
Allerdings befinden sich die Abstimmungen noch in einem frühen Stadium. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es weder eine abgestimmte Konzeption noch eine bevorzugte Route“, so der Baustadtrat. Eine Bewertung möglicher Eingriffe in die Wald- oder Heidelandschaft sei daher bislang nicht möglich.
Die Bundeswehr bezeichnet das Projekt als „Zivile Infrastrukturmaßnahme von militärischem Interesse“, kurz ZIMI-Maßnahme. Diese Bezeichnung wird verwendet, weil die Realisierung außerhalb der Liegenschaft der Bundeswehr erfolgt. Nach Angaben der Bundeswehr wird die Streckenführung nach entsprechenden Untersuchungen festgelegt.
Neue Verbindung zur B2 könnte Ortsteile entlasten
Die Bundeswehr hat dem Bezirk bereits Vorschläge zur Streckenführung unterbreitet. Diese könnten positive Nebeneffekte für die Bevölkerung in Kladow und Gatow haben: Die Straßen Kladower Damm, Gatower Straße und Ritterfelddamm sowie die Landstadt Gatow könnten entlastet werden. Zudem könnte eine direkte Verbindung zwischen Alt-Gatow und der B2 entstehen, die auch von Anwohnern genutzt werden könnte.
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Bevor konkrete Planungen beginnen können, müssen jedoch grundsätzliche Fragen geklärt werden. Schatz hat die Senatskanzlei um Klärung der Zuständigkeiten gebeten, insbesondere in Bezug auf die Straßenbaulast. „Da neben Zuständigkeiten des Bezirks auch Zuständigkeiten mehrerer Senatsverwaltungen und Landesbehörden betroffen sein könnten“, sei dies ein notwendiger erster Schritt, so der Baustadtrat.
Genehmigungs- oder Prüfbedarf – etwa in Bezug auf Umwelt- oder Naturschutz – bestehe derzeit weiterhin nicht. „Entsprechende Prüfungen würden sich erst im weiteren Verfahren ergeben, sobald konkrete Planungsstände vorliegen“, erklärt Schatz.



