Aus leergezogenen Tempohomes für Flüchtlinge Unterrichtscontainer zur Erweiterung Berliner Schulen machen - diese Idee gibt es schon länger, nun steht fest: Im kommenden Jahr soll die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines solchen Umbaus in einem Pilotvorhaben überprüft werden. Die entsprechenden Verträge mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die das Projekt durchführen soll, wurden vor kurzem unterzeichnet, wie die Senatsbildungsverwaltung und der Bezirk Spandau mitteilten. Dort soll der erste umgebaute Tempohome-Bau künftig stehen.
Die geschätzten Kosten für Umrüstung und Aufstellung der Container belaufen sich dem Bezirksamt Spandau zufolge auf rund 2,2 Millionen Euro. Das Geld stammt aus dem Sondervermögen Infrastruktur Wachsende Stadt (SIWA). In der Pilotplanung, die die landeseigene BIM als Dienstleister übernimmt, sollen drei Entwürfe beruhend auf den geltenden Mindeststandards für temporäre Schulbauten erarbeitet werden. Diese Entwürfe sollen anschließend allen Bezirken als einheitliche Grundlage für ihre jeweiligen standortspezifischen Planungen dienen, heißt es in der Mitteilung der Senatsbildungsverwaltung.
„Die Auswertung der Pilotplanung wird uns zeigen, ob sich die Tempohome-Bauten als wirtschaftliche Alternative für die schulische Nutzung eignen", erklärte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers. Ist das der Fall, könnten "zusätzlich benötigte Schulplätze oder schnell umzusetzende Ausweichmöglichkeiten temporär geschaffen werden“. Sven Lemiss, Geschäftsführer der BIM, verwies zudem auf den Aspekt der Nachhaltigkeit: Für die Tempohome-Bauten, die als Flüchtlingsunterkünfte eine befristete Nutzungsdauer haben, bestehe so eine tatsächliche Chance auf Anschlussnutzung.
Container soll an Spandauer Schule an der Haveldüne aufgestellt werden
Der Spandauer Standort, an dem im Rahmen des Pilotprojekts der erste umgebaute Container aufgestellt werden soll, steht bereits fest: Ausgewählt wurde die Schule an der Haveldüne, wo auch Schüler aus der gymnasialen Oberstufe im Verbund mehrerer Spandauer Sekundarschulen unterrichtet werden und deshalb zusätzlicher Platz benötigt wird.
Durch den Container sollen mindestens drei allgemeine Unterrichtsräume, neun Teilungsräume sowie Räumlichkeiten für das pädagogische Personal geschaffen werden, teilte der Bezirk mit. Damit - und natürlich durch die parallel laufenden Schulbauvorhaben - könnten die steigenden Schülerzahlen im Bereich der Spandauer Sekundarstufe in den kommenden Jahren abgefangen werden, heißt es. Der umgebaute Tempohome-Container soll planmäßig fünf Jahre stehen bleiben.
Die Fertigstellung des Pilotvorhabens ist laut Bezirk zum Beginn des Jahres 2022 vorgesehen. Insgesamt hatte der Senat 2016 und 2017 insgesamt 5600 Container angeschafft und zu 17 Wohndörfern für Geflüchtete zusammengesetzt. Dass diese für schulische Zwecke nachgenutzt werden sollen, hatte die Taskforce Schulbau bereits im Sommer beschlossen. Zunächst steht dafür aber nur ein Teil der Wohnboxen zur Verfügung - an vielen Standorten wurde die Nutzung der Container als Flüchtlingsheim erst einmal verlängert.
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