Berlin

Spandauer SPD fordert U-Bahn-Ausbau im Bezirk

Der Kreisvorstand hat sich an den Berliner Senat gewandt. Weitere Forderung: ein Straßenbahnnetz für den Norden und Süden.

Spandau soll verkehrstechnisch besser versorgt werden (Symbolbild)

Spandau soll verkehrstechnisch besser versorgt werden (Symbolbild)

Foto: dpa

Berlin.  Die Spandauer SPD fordert die Verlängerung der U-Bahn zur Heerstraße Nord und zum Falkenhagener Feld. In einer Pressemitteilung vom Mittwoch heißt es, der Kreisvorstand der Partei habe den Senat in einem einstimmigen Beschluss aufgefordert, beide Strecken in den Berliner Nahverkehrsplan aufzunehmen, der derzeit erarbeitet wird. Außerdem fordert die SPD erneut den Aufbau eines Straßenbahnnetzes im Bezirk, um die großen Neubaugebiete im Norden, aber auch den Süden Spandaus verkehrstechnisch besser zu versorgen.

Busse allein reichten nicht mehr aus, um den zusätzlichen Bedarf an öffentlichem Nahverkehr zu decken, erklärt Helmut Kleebank, Bezirksbürgermeister und stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, in der Mitteilung. Zumal steigende Mieten zunehmend die Menschen an den Stadtrand verdrängen würden - die Leute aber trotzdem weiter im Zentrum Berlins arbeiteten. „Wenn wir nicht wollen, dass noch mehr Autos die Straßen verstopfen, müssen wir auch die U-Bahn in Spandau ausbauen“, so Kleebank.

Straßenbahn soll Entlastung für den Süden Spandaus bringen

Auch in den Spandauer Ortsteilen Kladow und Gatow stehen Pendler häufig im Stau. Die einzigen zwei Straßen, die von dort in Richtung Zentrum führen - die Potsdamer Chaussee und die Gatower Straße - sind besonders zu Berufszeiten überlastet. „Eine Straßenbahn, die daran vorbeifahren könnte, wäre eine wirkungsvolle Entlastung“, so die stellvertretende Kreisvorsitzende Ulrike Sommer.

Auch die Spandauer CDU hatte im Juni ein Verkehrskonzept vorgestellt. Darin war neben zwei Schnellbuslinien ebenfalls die Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 bis zur Heerstraße und perspektivisch der U-Bahn-Linie 2 bis zum Falkenhagener Feld vorgesehen. Eine Straßenbahn für den Bezirk lehnt die Partei dagegen ab. Argumentiert wird vor allem mit der Wartungsanfälligkeit, nach CDU-Ansicht fehlenden Plätzen für einen Betriebshof und der fehlenden kurzfristigen Perspektive. Laut der Partei wäre ein Anschluss ans Berliner Netz der Straßenbahn nicht vor 2035 realisierbar.

Befürworter der Straßenbahn in Spandau sind gegen die Initiative Pro Spandauer Tram. Die Mitglieder haben ebenfalls ein Verkehrskonzept entwickelt und schlagen darin den Aufbau von vier Tram-Linien vor, die unter anderem von Hakenfelde und dem Falkenhagener Feld über das Zentrum bis nach Staaken oder Alt-Pichelsdorf führen sollen. Sie fordern eine Straßenbahn für Spandau, da diese deutlich günstiger als der Ausbau der U-Bahn sei.

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