Montag ist der „Internationale Plastiktüten freie Tag“. Und weil in Deutschland pro Minute immer noch 11.000 Plastiktüten über die Ladentheken gehen, startet die Klimawerkstatt Spandau zwei Aktionswochen. Eröffnet werden sie am heutigen Montag auf dem Marktplatz in der Altstadt zwischen elf und 13 Uhr. Dort wird ein großes Fischernetz aufgespannt und Stelzenläufer werden bei der Kunstaktion symbolisch Plastiktüten mit dem Netz fangen. Zuschauer können in einem Bottich zwischen vielen Plastikteilchen zudem ein Glückslos ziehen.
Mit dem Slogan „Obst, Gemüse, Blüten – alles ohne Tüten“ unterstützt auch der Gewerbeverband „Vereinigung Wirtschaftshof Spandau“ mit seinen mehr als 320 Mitgliedern das Anliegen. Der Wirtschaftshof veranstaltet den „Havelländischen Land- und Bauernmarkt“, der immer montags, dienstags, donnerstags und freitags auf dem Markt in der Altstadt Spandau seine Stände aufbaut. Er hatte sich bereits vor drei Jahren auf den Weg zu einem plastikfreien Markt gemacht und wurde dafür ausgezeichnet.
Tasche gegen Beutel tauschen
Die Klimawerkstatt hilft seit fast drei Jahren mit dem „Pink-Zander“, dass die Plastiktüten weniger werden. Sie befüllen den Bauch der pinkfarbenen Skulptur mit gebrauchten Plastiktüten, die sich die Kunden des Marktes kostenlos nehmen dürfen. Beim Kinder- und Familientag auf dem Marktplatz in der Altstadt am Freitag, 7. Juli können ungenutzte Plastiktüten dann auch gegen einen Mehrwegbeutel eingetauscht werden. Von zehn bis 17 Uhr gibt es am Stand der Klimawerkstatt für fünf gebrauchte, saubere und gut erhaltene Plastiktaschen einen Stoffbeutel.
„Gut zwei Drittel der Händler in Spandau“, so die Einschätzung von Martina Bergk und Angelika Schmitt, die die Aktionen vorbereiten, stünden dem Thema aufgeschlossen gegenüber. Mit Plakaten oder selbst gebastelten Schiffchen für den Kassenbereich unterstützt die Klimawerkstatt die Händler zum Thema. Mit jeder Plastiktüte, die wiederverwendet werde und nicht in der Umwelt lande, werde Müll reduziert, Klima und Tierwelt geschützt, so die Expertinnen der Klimawerkstatt Spandau.
„Plastik ist nicht per se schlecht"
Gerade bei Markthändlern seien Tüten jedoch häufig noch üblich, vor allem die dünnen für Gemüse und Obst, die aus der EU-Regelung auch ausgenommen seien. Die EU-Regelung sieht vor, dass bis 2018 mindestens 80 Prozent der von den teilnehmenden Unternehmen sowie der Mitgliedsunternehmen der Verbände in Verkehr gebrachten Kunststofftüten Geld kosten.
„Plastik ist nicht per se schlecht. Aber es basiert zu über 90 Prozent aus knapper werdenden Erdöl-Ressourcen. Und wir müssen grundsätzlich vom Einweg wegkommen, sei es der Kaffeebecher, die Plastiktüte o}der die Take-away-Essensverpackung“, sagt Martina Bergk. Wer selbst eine Idee für eine Aktion hat, egal ob als Organisation, Privatperson oder Geschäft, kann die Veranstaltung anmelden unter: www.plastiktuetenfreiertag.de. Dort gibt es auch weitere Informationen.
Klimawerkstatt Spandau, Mönchstraße 8, Tel. 39 79 86 69, klimawerkstatt-spandau.de.
Kleine Raupe Nimmersatt mit Appetit auf Plastik


