Trauer

Spandaus Ex-Bürgermeister Werner Salomon ist tot

Der Berliner Bezirk Spandau hat eine Institution verloren. Werner Salomon war der Prototyp eines erfolgreichen Kommunalpolitikers. Nun ist der Sozialdemokrat im Alter von 87 Jahren gestorben.

Foto: Labenski / Helga Labenski

Der langjährige Bürgermeister von Berlin-Spandau, Werner Salomon, ist tot. Der Stadtälteste starb in der Nacht zu Freitag im Alter von 87 Jahren.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) würdigte den Sozialdemokraten. Berlin verliere einen „Kommunalpolitiker von Format und der Bezirk Spandau eine Institution“. Salomon war 13 Jahre lang – zwischen 1979 und 1992 – Chef des Bezirksamtes, drei Mal wurde er wiedergewählt.

In den 80er-Jahren war Salomon in Berlin in etwa so bekannt und angesehen wie heute Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky. „Dabei war er nicht nur Amtsinhaber“, erklärte Wowereit. Salomon „lebte dieses Amt und machte in dieser Tätigkeit deutlich, dass alle Politik immer auch Kommunalpolitik ist. Seine Art dieser ,Politik vor der Haustür’, wie er sie selbst nannte, hat ihn bei den Spandauerinnen und Spandauern bekannt und beliebt gemacht. Seine Bürgernähe war legendär“, so der Regierende Bürgermeister. Ralf Wieland (SPD), Präsident des Abgeordnetenhauses, nannte ihn den „Prototyp eines erfolgreichen Bezirksbürgermeisters“.

Geboren wurde Salomon in Charlottenburg, in Spandau ging er zur Schule und legte nach dem Krieg das Abitur ab. Er arbeitete als Steuerinspektor und engagierte sich im Deutschen Gewerkschaftsbund für die Beamten. 1960 trat er in die SPD ein. 1971 wurde er ins Abgeordnetenhaus gewählt, ehe er acht Jahre später Bürgermeister wurde und von den Spandauern bald als „König Salomon“ tituliert wurde.

Dabei blickte er auch über den Tellerrand der Kommunalpolitik. Noch zu Mauerzeiten schmiedete Salomon eine Partnerschaft zwischen Spandau und der Stadt Nauen in der DDR. Er beriet die Stadt Kairo in kommunaler Verwaltung und reiste während des Golfkrieges in die israelische Partnerstadt Ashdod, um seine Solidarität zu zeigen.

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