Für Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Norden Berlins gehört der Schienenersatzverkehr mit Bussen mittlerweile zum Alltag. Seit November 2022 ist die U-Bahnlinie 6 zwischen den Stationen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel wegen Bauarbeiten unterbrochen. Die umfassende Sanierung sollte eigentlich nach einer Verzögerung Ende 2026 abgeschlossen sein.

Jetzt berichtet die „B.Z.“, dass die U6 frühestens 2027 wieder bis Alt-Tegel fahren werde. Die BVG habe der Senatsverwaltung auf Anfrage mitgeteilt, dass aktuell „kein belastbarer Termin für den Abschluss der Baumaßnahmen und die Wiederinbetriebnahme der U6“ genannt werden könne. Bis Ende Juli wolle die BVG einen Zeitplan entwickeln.

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Die Gründe für die wiederholte Verzögerung: die „Komplexität des Baugeschehens“ sowie die „Verschiebung durch die Wintermonate“. Der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck von der CDU ist deswegen sauer, sagt gegenüber der „B.Z.“:  „Der Winter ist seit Februar vorbei. Die BVG braucht fünf Monate, um zu prüfen, wie sich sieben Wochen Winter zeitlich auf die Bauarbeiten auswirken.“

Schienenersatzverkehr auf der U6: Es wird am Ende auch deutlich teurer

Das Projekt nimmt aber nicht nur mehr Zeit in Anspruch als anfänglich geplant, sondern wird auch teurer. Zu Beginn der Bauarbeiten sprach das Verkehrsunternehmen von Kosten in Höhe von 90 bis 100 Millionen Euro. Die Summe reicht jedoch nicht aus. Das Bauprojekt der Dammstrecke liege „bei dem genehmigten Volumen von rund 150 Millionen Euro“, erklärt ein BVG-Sprecher auf Nachfrage im November 2025.

Fahrgäste der nördlichen U6 müssen inzwischen seit dreieinhalb Jahren auf Ersatzbusse umsteigen. Der Abschnitt zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Tegel wurde von 1956 bis 1958 als erste Neubaulinie nach dem Krieg in Betrieb genommen und war entsprechend in die Jahre gekommen.

BM/dw