Der Flughafen war für Tegel eine prägende Institution. Seit der Schließung am 8. November 2020 wird überlegt, wie und wonach sich der Kiez künftig ausrichtet. Im Technikpark „Urban Tech Republic“ auf dem Flughafengelände haben sich die ersten Firmen angesiedelt, der Umzug der Berliner Hochschule für Technik scheint nach diversen Verzögerungen doch auf dem Weg, Spatenstich für die ersten der 5000 im Schumacher-Quartier geplanten Wohnungen soll im Spätsommer 2026 erfolgen und zuletzt wurde sogar die beendete Kampfmittelberäumung auf der Fläche der künftigen Tegeler Stadtheide bekannt gegeben.
Doch welche Impulse kommen aus dem Areal des Flughafens für die Umgebung und welche Notwendigkeiten gibt es? Im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für das Gebiet rund um das ehemalige Flughafenareal lädt das Bezirksamt Reinickendorf die Bürgerinnen und Bürger ab Montag, 26. Mai, zur Online-Beteiligung ein. Die Online-Beteiligung findet statt über die Plattform mein.berlin.de und endet am 20. Juni.
Das Entwicklungskonzept bildet die Grundlage für den Einsatz des Städtebauförderprogramms „Nachhaltige Erneuerung“ im Fördergebiet Umfeld TXL. Aufgrund neuer Bedarfe und Rahmenbedingungen wird es derzeit fortgeschrieben. Es geht dabei nicht nur das ehemalige Flughafengelände selbst, sondern auch angrenzende Stadt- und Freiräume, wie den Auguste-Viktoria-Allee-Kiez, die Sternstraßen-Siedlung, die Cité Guyenemer, die Siemenssiedlung und die Mäckeritzwiesen am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, den Forst Jungfernheide und das Ufer des Tegeler Sees.

„Die zukünftige Entwicklung des ehemaligen Flughafengeländes wird das direkte Umfeld erheblich verändern“, erklärt Korinna Stephan, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung. „Es ist uns deshalb besonders wichtig, die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Prozess einzubeziehen. Ihre Hinweise und Ideen sind entscheidend, um das Umfeld TXL zukunftsfähig zu gestalten und die geplanten Nachnutzungen sinnvoll zu ergänzen.“
Es geht um die Infrastruktur: Von Wegen über Aufenthaltsorte bis zu Kitas
Das Ziel der Online-Beteiligung ist es, die geplanten Maßnahmen im Umfeld von TXL zu konkretisieren. Dabei geht es um die ganze Infrastruktur, auch um Wege und Verbindungen. Angestrebt werden weniger Barrieren, neue Eingänge und Aufenthaltsorte. Darüber hinaus sollen die Schulen, Kitas und sonstigen Einrichtungen im benachbarten AVA-Kiez gestärkt und an die steigende Bevölkerungszahl aus dem geplanten Schumacher Quartier angepasst werden.
Interessierte haben im Rahmen der Beteiligung die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern, ihre Lieblingsorte, Negativorte und Potenzialorte auf einer Karte zu markieren und mit Hinweisen zu versehen. Eine begleitende Umfrage wird ermitteln, wie die Anwohner das Gebiet und seine Einrichtungen nutzen und welche Angebote sie sich für das künftige TXL-Gelände wünschen.



