Reinickendorf
Gemeinsamer Antrag

CDU und SPD fordern: Hubschrauberstaffel muss weg aus Tegel

| Lesedauer: 3 Minuten
Dirk Krampitz
Drei Hubschrauber vom Typ Eurocopter AS 532 Cougar sind in Tegel stationiert und sorgen für Ärger.

Drei Hubschrauber vom Typ Eurocopter AS 532 Cougar sind in Tegel stationiert und sorgen für Ärger.

Foto: dpa Picture-Alliance / Ingo Wagner

Der Flugbetrieb in Tegel ist längst eingestellt, nur die Bundes-Helikopter sollen noch bis 2029 bleiben. Das könnte sich bald ändern.

Berlin.  Der Flughafen Tegel wurde am 5. Mai 2021 entwidmet, allerdings ist das nicht das Ende des Fluglärms: Denn der Nordteil besteht noch als militärischer Hubschrauberlandeplatz, bis 2029 hat dort die Hubschrauberstaffel des Bundes mit drei Helikoptern vom Typ Eurocopter AS 532 Cougar ihren Standort. Doch nun fordern die Koalitionsfraktionen CDU und SPD in einem gemeinsamen Antrag ihre vollständige Verlegung von Tegel zum BER. Jährlich gebe es mehrere Hundert lärmbelästigende Flüge, heißt es in dem Antrag. Zudem behindere der Hochsicherheitsbereich die Entwicklung des Areals für Wohnungsbau und als Campus der Berliner Hochschule für Technik.

Der Grund: Bequemlichkeit?

Stephan Schmidt, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion Berlin: „Es kann nicht sein, dass nur aus Bequemlichkeit die drei Hubschrauber des Bundes in Tegel bis 2029 verbleiben sollen, obwohl am Großflughafen BER dafür genug Platz wäre.“ Viele Einsätze mit niedrigen Flughöhen und dementsprechender Lärmbelästigung gebe es in seinem Wahlkreis Konradshöhe und Tegelort, sagt Schmidt zur Morgenpost. „Das sorgt seit Jahren für Kritik und Empörung der Anwohner. Denn sie müssen den Lärm von vielen Hundert Flügen im Jahr ertragen, was mit dem überfälligen Umzug der Staffel gelöst werden muss.“

Gleichzeitig stelle die Anwesenheit der Hubschrauberstaffel und die nötigen Sicherheitsmaßnahmen auch ein Hindernis für den Ausbau des übrigen ehemaligen Flughafen zur Urban Tech Republic dar. „Die Bundesregierung muss endlich handeln. Nach dem Umzug des Flugverkehrs zum BER gibt es keine nachvollziehbare Begründung, warum die Hubschrauber nicht auch dort stationiert sind – meiner Kenntnis nach, ist dort genug Platz vorhanden“, so Schmidt.

In Schönefeld fehle noch die Infrastruktur

Schmidt beschäftigt das Thema schon länger. In einer Antwort aus dem April 2022 hatte ihm das Verteidigungsministerium geschrieben, dass die Hubschrauberstaffel noch nicht nach Schönefeld ziehen könne, „da die für die Unterbringung der Einheit nötige Infrastruktur am geplanten Regierungsflughafen am BER (Standort Schönefeld) noch nicht vorhanden ist“. Das derzeit genutzte „Interim“ in Schönefeld verfüge nicht über die nötigen infrastrukturellen Voraussetzungen zur Aufnahme der Hubschrauber.

Das überzeugt aber auch den Reinickendorfer SPD-Abgeordneten Jörg Stoedter (SPD) nicht, der den Antrag von SPD-Seite vorantreibt: „Es ist für mich vollkommen unverständlich, warum der Bund hier weiter zögert und den Umzug nicht schon längst veranlasst hat. Die Bundeswehr muss ihren militärischen Hochsicherheitsbereich in Tegel aufgeben, damit der Ausbau und die Entwicklung der Nachnutzung des Flughafens Tegel ohne Störung von Anfang an umfassend erfolgen kann. Spätestens bis Ende 2023 muss Berlin Klarheit haben und der Umzug vollzogen sein. Die militärische Hubschrauberstaffel stört die Nachnutzung Tegels.

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