Tegeler Forst

Wenn der Wolf aus Brandenburg nach Berlin kommt

Wölfe kommen den Berliner Stadtgrenzen immer näher. Die „Waldfreunde Tegelsee“ wollen Menschen mit einer Veranstaltung Ängste nehmen.

Wölfe sind in der Regel scheu und halten sich von Menschen fern

Wölfe sind in der Regel scheu und halten sich von Menschen fern

Foto: H. Pieper / picture alliance / blickwinkel/H

Reinickendorf.  Am Rande des Tegeler Forstes hat es erste Sichtungen von Wölfen gegeben. Das Tier, das sich vor allem in Brandenburg ausbreitet, kommt anscheinend näher an die Berliner Stadtgrenzen. Zwar sind Wölfe in der Regel scheu und meiden Menschen, allerdings ist es laut der „Waldfreunde Tegelsee“ nur eine Frage der Zeit, bis Wölfe auch in der Revierförsterei Tegelsee in Reinickendorf auftauchen. Am kommenden Mittwoch veranstaltet der Verein deshalb einen Diskussionsabend in Tegelort mit einem Vortrag des Wolfsexperten Helge John.

Gerd Koch, einer der Organisatoren der Veranstaltung, sagte der Berliner Morgenpost: „Wir wollen mit der Veranstaltung Vorurteile abbauen und informieren, bevor es erste Zwischenfälle mit dem Wolf gibt.“ Nur wenige Kilometer entfernt, im brandenburgischen Stolpe (Oberhavel), wurde im vergangenen Jahr erstmals ein Wolf überfahren. Bereits 2015 hatte ein Berliner unweit des ehemaligen Militärflugplatzes Gatow einen Wolf gesehen. Das zeige, so Koch, dass der Wolf sich auf seinen Wanderungen Berlin bereits sehr nähere. Allerdings sei das Tier nicht das blutrünstige Wesen, als das es oft dargestellt werde. Gerade deshalb sei es wichtig, die Menschen über Wölfe aufzuklären.

Derk Ehlert, Tierschutzexperte und Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, begrüßte die Veranstaltung: „Gut, dass aufgeklärt werden soll – niemand muss Angst vor dem Wolf haben.“ Ehlert sagte, es gäbe keinen einzigen Beweis, dass sich Wölfe bereits in Berlin aufhielten. Bislang gäbe es lediglich Beobachtungen, die auch auf Hunde zurückzuführen sein könnten. „Wir hatten schon mal jemanden, der meinte einen Wolf auf dem Kudamm gesehen zu haben.“ Am Ende war es nur ein Cocker Spaniel ohne Leine.

Wer glaubt, einen Wolf zu sehen, sollte unbedingt Fotos von dem Tier machen und sie an das örtliche Forstamt oder die Senatsverwaltung für Umwelt senden. „Nur so können wir wirklich Beweise sammeln“, sagte Ehlert.

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