Wo früher Kinderwagen im Pulk unterwegs waren, werben Kitas in Berlin heute um Familien. Im Schnitt nur noch 1,18 Geburten pro Frau verzeichnete das Landesamt für Statistik 2025. Der Kinder-Rückgang begann in den teuren, innerstädtischen Ortsteilen von Berlin und zieht jetzt nach Norden weiter.

Donnerstag

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Auch nach Pankow, das einmal als Kinderparadies galt. Seit 2019 sind in Pankow rund ein Sechstel weniger Plätze belegt. Der Bezirk, der lange als Berlins Kinderhochburg galt, erlebt eine Wende, die vor wenigen Jahren kaum jemand erwartet hätte.

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Kitaplätze-Ausbau läuft Trend immer hinterher

Dabei lief der Kitabau dem Trend immer hinterher. Erst fehlten Plätze, Eltern zogen vor Gericht, der Bezirk baute in Eile. Jetzt stehen die Häuser, und es fehlen die Kinder. Wer nun wieder allein auf die aktuelle Lage schaut, macht denselben Fehler – nur in die andere Richtung.

Denn die Flaute bei den Geburten muss keine Dauerlage sein. Vielleicht ist sie nur eine Phase. Die Prognosen erwarten für Pankow bis 2040 wieder einen leichten Anstieg bei den Kleinkindern. Bis dahin dürfen nicht zu viele Träger aufgeben. Eine Kita ist schnell geschlossen, aber nur mühsam wieder aufgebaut, vor allem wenn die Erzieherinnen und Erzieher längst anderswo arbeiten.

Kita-Konzepte müssen flexibler werden

Bezirk und Senat sollten deshalb bestehende Träger stützen. Zugleich lohnt der Blick auf flexible Konzepte. Die zuständige Stadträtin sagt selbst, Pankow brauche künftig weniger Kitas, dafür mehr Grundschulen. Warum also nicht freie Räume und vorhandenes Personal für Hausaufgabenbetreuung und Hort nutzen? So bleiben Fachkräfte im Kiez, und die Schulen würden entlastet.

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Pankow hat in den Boomjahren mühsam Plätze geschaffen. Jetzt gilt es, sie zu bewahren. Die Kinder kommen vielleicht wieder. Dann sollte noch jemand da sein, der sie betreut.