Der Prenzlauer Berg im Berliner Bezirk Pankow galt lange Zeit als „Pregnancy Hill“ (Schwangerschaftshügel). Jetzt fehlen dem Stadtteil die kleinen Kinder. Denn die Zahl der Prenzlkids bricht ein: Vor knapp 20 Jahren lebten hier mehr als 9000 Kinder unter sechs Jahren, heute sind es nur noch 7800. Wurden 2021 hier noch 2041 Kinder geboren, waren es 2025 nur noch 1435. Eine Kinderhochburg ist Prenzlauer Berg nicht mehr.
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Das hat massive Auswirkungen, auch auf die Kitaplätze. Nachdem es viele Jahre zu wenige für die Kinder im Kiez gab, bleiben plötzlich viele Plätze leer. Die Kitas im Kiez müssen um den Nachwuchs kämpfen. An Spielplätzen und Straßen tauchen immer öfter Schilder auf, die für freie Kitaplätze werben. Die Zeiten, in denen Eltern Plätze, auf die sie seit 2013 einen Rechtsanspruch haben, einklagen mussten und Babysitter und Tagesmütter vom Amt bezahlt wurden, sind längst vorbei.
Gut für die Eltern, schlecht für Kitas und Kindergärten
Gut für die Eltern, schlecht für die Kitas und Kindergärten. Besonders private Kindertagesstätten sorgen sich um ihre Zukunft. Da das Berliner Finanzierungssystem pro Kind abrechnet, sorgen viele leere Plätze schnell für wirtschaftliche Schieflagen. In Berlin musste bereits die erste Kita schließen, andere mussten Mitarbeiterinnen entlassen.
Auch die Auslastung des landeseigenen Betriebs „Kindergärten NordOst“ sank in Pankow auf rund 79 Prozent. 2006, vor zwanzig Jahren, waren sie noch fast komplett belegt, mit einer Auslastung von 98 Prozent. In Prenzlauer Berg gehören 13 Kindergärten dazu, 36 sind es im Bezirk Pankow. Sprecher Markus Gueffroy erklärt, dass es bisher keine Entlassungen gab. Personal werde da eingesetzt, wo es gebraucht werde, auch in anderen Kiezen, das Angebot und die pädagogische Qualität verbessert.

Geburten im Bezirk Pankow gingen um 7,5 Prozent zurück
Die Tendenz zu weniger Kindern kann man in ganz Berlin beobachten. Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg wurden hier 2025 knapp fünf Prozent weniger Kinder als im Vorjahr geboren. Der Rückgang traf alle Bezirke. Die stärksten Verluste hatte neben Reinickendorf (minus 8,3 Prozent) Pankow (minus 7,5 Prozent). Laut dem Amt verzeichneten die meisten Planungsräume Geburtenrückgänge, darunter alle um den Weißen See. Im Raum Bühringstraße lag das Minus mit 26,6 Prozent am höchsten. Gleichzeitig kamen im Planungsraum Ostseestraße 31,9 Prozent mehr Kinder zur Welt als 2024. Es fand eine Verschiebung statt (siehe Grafik).
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Die Probleme vieler Eltern haben sich unterdessen auch verschoben. Denn im Kiez sind jetzt die Plätze an den beliebten weiterführenden Schulen Mangelware. Auch Freizeitflächen, Sportplätze und Jugendtreffs sind knapp.
mit dpa




