Zu DDR-Zeiten musste man sich in lange Wartelisten eintragen, um ein begehrtes Buch der Berliner Friedensbibliothek ausleihen und lesen zu können. Viele der rund 11.000 Bände waren sehr begehrt, denn sie waren kaum oder gar nicht über offizielle Wege zu bekommen. Die Mitarbeiter dieser besonderen Bibliothek wurden von der Staatssicherheit der DDR beobachtet.

Donnerstag
Mein Pankow-Newsletter
Bestellen Sie hier den wöchentlichen Newsletter zu Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Jetzt suchen die einst so heiß begehrten Bücher auf längere Sicht ein neues Zuhause. Das teilte die Kapelle der Versöhnung in der Bernauer Straße mit. Sie wurde auf dem Fundament der alten Versöhnungskirche gebaut, 2000 eröffnet und gehört zur Gedenkstätte Berliner Mauer. Seit dem Jahr 2000 ist auch die Friedensbibliothek im Souterrain des Hauses der Demokratie und Menschenrechte in der Greifswalder Straße 4 (Prenzlauer Berg) zu finden.
Der neue Ort für die besondere Büchersammlung sollte sich nach den Wünschen der Evangelischen Kirche „auf dem Gebiet der Landeskirche befinden und eine konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit besitzen“. Das sei wichtig, damit die älteren Bücher ohne Schäden erhalten bleiben. Ein neuer Ort für die Bibliothek ist noch nicht gefunden, die Suche habe gerade erst begonnen, erklärt Hagen Collatz, Sachgebietsleiter und wissenschaftlicher Archivar im Landeskirchenarchiv. Für den Bibliotheksteil soll ein neuer Ort gefunden werden, bevor zwei ältere Mitarbeiter in Rente gehen.

30 Regalmeter Bücher plus 25 Regalmeter Archivmaterial
Die Regale, die die historisch bedeutsame Bibliothek füllt, sind laut einem dpa-Bericht rund 30 Meter lang. Dazu kommen noch 25 Regalmeter Archivmaterial. Die Themen der Bücher sind unter anderem Geschichte und Politik, Erziehung und Psychologie, Fotografie und Kunst, aber auch Theologie, Philosophie und Soziologie. Es gibt aber auch Kinder- und Jugendbücher. Bis in die Wendezeit, die 90er-Jahre, sind die Bücher sehr stark genutzt worden, da viele nur schwer zugänglich oder gar nicht erhältlich waren.
Die Bibliothek ist eine Einrichtung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und wurde 1985 gegründet. Sie besteht aus ständigen Ausstellungen und der Bibliothek. Zu den über 300 organisierten Ausstellungen kamen nach eigenen Angaben bis Ende 1989 insgesamt mehr als 1,2 Millionen Besucher. Von 1989 bis heute wurden bislang 377 Ausstellungen in 13 Ländern organisiert, fast jedes Jahr entsteht eine neue Präsentation zu den Themenbereichen Krieg und Frieden.
Es wird langfristig ein neuer Ort für die Friedensbibliothek gesucht, nicht kurzfristig
Eine Sprecherin der Bibliothek betonte, dass die Raumsuche für die Friedensbibliothek nicht kurzfristig, sondern langfristig angelegt sei. Es werde gleichzeitig auch über eine Verkleinerung der Bibliothek nachgedacht. Dies wurde der Evangelischen Kirche in einem Rundschreiben mitgeteilt.
Auch interessant
Die Friedensbibliothek gehört zum Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg und befindet sich im Souterrain des Hauses der Demokratie und Menschenrechte in der Greifswalder Straße. 4. Geöffnet ist das Haus montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr.
Am vergangenen Freitag hatte in den ehemaligen Räumen der „Kirche von Unten“ ein neuer Technoclub in der Storkower Straße 119 eröffnet.
mit dpa
Weitere Themen aus dem Bezirk Pankow:
- Sie kann alles, auch Hochdeutsch: Die Prenzlschwäbin kehrt zurück
- Neuer Nightlife-Hotspot in Pankow: Nach Rosa und dem DSTRKT kommt dritter Club an gleicher Stelle
- „Babylon Berlin“-Insider: Was vom Prenzlauer Berg in den 20er Jahren übrig ist
- Kriminalität: Fahrrad weg, Keller aufgebrochen, und das fast täglich in Prenzlauer Berg
- Sexpertin Paula Lambert: Ihre Lieblingsorte in Weißensee





