„Wie lange warten wir schon auf Radwege in der Neumannstraße? Ein Jahr? 16 Monate? Nein: 16 Jahre!“ – Mit diesen Worten rief der Verein „Changing Cities“ am Donnerstag zu einer Aktion in Berlin-Pankow auf. An der Ecke Neumannstraße/Eschengraben stellten die Aktivisten ein leuchtend orangefarbenes Fahrrad auf – als Ermahnung an den Bezirk.

Donnerstag
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Worum geht es? Seit 16 Jahren ist ein Radweg an der Neumannstraße in Planung. Das belegt ein Antrag der SPD-Fraktion aus dem Jahr 2010. Die setzte sich damals für mehr Verkehrssicherheit für den Radverkehr ein. Passiert ist seitdem nichts. Blieb der Bezirk wirklich so lange untätig? Und wenn ja, warum?
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Viele Jahre Planung – und immer neue Probleme
Fakt ist: Ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung in Pankow liegt seit 2019 vor. Die Planungsgeschichte sei „absurd“, sagt „Changing Cities“. „Mehr als 4000 Schülerinnen und Schüler und gut 1000 Kitakinder sind hier täglich unterwegs, viele von ihnen mit dem Rad – täglich gefährdet durch den starken Durchgangsverkehr“, so Tobias Kraudzun, Sprecher der Initiative in Pankow.
Auf Morgenpost-Anfrage heißt es aus dem Bezirksamt, aktuell sei auf beiden Seiten der Neumannstraße ein drei Meter breiter Radfahrstreifen geplant. Betroffen sind laut Website der infraVelo GmbH rund 974 Meter zwischen Binzstraße und Wisbyer Straße. Mit Kunststoffschwellen solle der Radweg vor dem Befahren durch Autofahrer geschützt werden.

Die ursprüngliche Planung aus 2018 habe teils nur 1,40 Meter breite Schutzstreifen vorgesehen. Das sei nicht mehr mit den Vorgaben des Berliner Mobilitätsgesetzes vereinbar gewesen. Das Bezirksamt musste umplanen und das gesamte Projekt 2019 neu ausschreiben. „Bedingt durch die Corona-Pandemie konnte die Umplanung erst im Jahr 2022 abgeschlossen werden“, sagt ein Sprecher.
Doch auch die neue Planung musste über Bord geworfen werden. Denn Verkehrssenatsverwaltung und infraVelo hatten zwischenzeitlich eine Vorzugs-Trasse der Radschnellverbindung Panke-Trail über die Neumannstraße festgelegt. Diese gab eine Regelbreite von drei Metern für Radschnellverbindungen vor. Eine weitere Umplanung habe einen Klebebordstein vorgesehen. Dieser habe sich als zu kostenintensiv und unwirtschaftlich herausgestellt.
Radweg an Neumannstraße soll ab 2027 kommen
2023 hat das Bezirksamt deshalb erneut eine Änderung in Auftrag gegeben. „Die finale Planung sieht nunmehr eine kostengünstigere Kunststoffschwelle als Trennelement zwischen Fahrbahn und Radfahrstreifen vor“, so ein Sprecher. Die Planungen dazu konnten jedoch erst Mitte 2025 abgeschlossen werden – das beauftragte Planungsbüro sei aufgrund von Personalmangel nur „sehr eingeschränkt“ leistungsfähig.
Aktuell befinde sich das Bezirksamt in „letzten Abstimmungen“ mit der Senatsverwaltung. Ziel sei, im 2. Quartal 2026 die verkehrsrechtliche Anordnung für den ersten Bauabschnitt zwischen Thulestraße und Binzstraße zu erhalten.
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„Es ist geplant, mit den Bauarbeiten in diesem Jahr zu beginnen. Eine Fertigstellung des ersten Bauabschnitts wird jedoch erst im zweiten Quartal 2027 möglich sein“, berichtet der Sprecher. Vorausgesetzt, das Wetter spiele mit.
Die Aktivisten platzierten ihr orangefarbenes „Ermahn-Rad“, damit das Vorhaben nicht weiter in Vergessenheit gerät. „Das erinnert politisch Verantwortliche sowie die vielen Menschen in der Straße täglich daran, dass die Radwege endlich auf die Neumannstraße kommen müssen.“







