Verkehrssicherheit

Greenpeace entrollt blauen Radweg für Schüler

An der Neumannstraße in Pankow liegen fünf Schulen hintereinander. Aktivisten zeigen, wie dort ein sicherer Radweg aussehen müsste.

Kinder fahren am Mittwochmorgen über den provisorischen Radweg entlang der Neumannstraße in Pankow

Kinder fahren am Mittwochmorgen über den provisorischen Radweg entlang der Neumannstraße in Pankow

Foto: Thomas Schubert

Berlin. Mit Samba-Musik, Polizeieskorte und einer Menschenkette haben Aktivisten am Mittwochmorgen für einen sicheren Radweg an der Neumannstraße in Pankow demonstriert.

Hauptdarsteller der Aktion: Kinder. Die siebten Klassen der Kurt-Tucholsky-Oberschule nahmen einen provisorischen Radweg, wie er aus Sicht von Greenpeace und des Netzwerks Fahrradfreundliches Pankow in Berlin der neue Standard werden sollte, unter die Räder.

Mindestens zweieinhalb Meter breit, baulich getrennt von der Fahrbahn und ohne Unterbrechung - das sind die Kriterien, die Greenpeace-Sprecher Detlef Müller auf der Neumannstraße und generell vor allen Berliner Schulen umgesetzt sehen will. "Sicherheit heißt, dass sich alle aufs Fahrrad wagen - auch Kinder und ältere Leute", lautete die Lautsprecher-Durchsage. Tatsächlich schloss sich am Mittwoch eine Seniorin der Aktion an und radelte mit den Kindern über die ausgerollte blaue Matte.

Das Netzwerk Fahrradfreundliches Pankow kritisiert, dass der Bezirk und der Senat zwar einen Fahrradweg für die Neumannstraße, an der sich fünf Schulen hintereinander befinden, geplant haben. Doch die Umsetzung stockt. Und das seit Monaten. Der Bezirk hat seine Zustimmung längst erteilt. Da es sich bei der Neumannstraße aber um eine Hauptverkehrsstraße handelt, müssen die Senatsverwaltung für Verkehr und die Verkehrslenkung Berlin zustimmen. Dass dies länger dauert, sieht Netzwerksprecher Tobias Kraudzun als Chance für eine Verbesserung des Projekts. Denn der bisher geplante Radweg sei viel zu schmal und mehrfach unterbrochen.

Weil die Sicherheit für Kinder auf der Straße nicht gegeben sei, würden eben viele Eltern ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule bringen, mahnt die Greenpeace-Altivistin Kerstin Doernbruch. Diese Pkw würden wiederum diejenigen Kinder gefährden, die trotzdem mit dem Fahrrad zur Schule kommen.

Auch Lehrer wie Thomas Wichert bewerten die jetzige Lage vor der Tucholsky-Oberschule kritisch. Er bittet Eltern, die morgens in großer Eile mit dem Auto vorfahren, dringend vom Gas zu gehen und sagt: "Tempo 30 halten viele für eine gut gemeinte Empfehlung."

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.