Der lang erwartete Startschuss für die Sanierung des Uferbereichs am Weißen See und damit auch dem Bau der Ufer-Hecke am Weißen See ist gefallen. Am Montag, dem 6. Oktober, haben die bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen. Das bestätigte das Bezirksamt Pankow der Morgenpost. Der Termin war der Morgenpost durch die Baufirma bereits vor einer Woche, nach einer Vorberatung am 30. September mit der beauftragten Garten- und Landschaftsbaufirma, Vertretern des Umwelt- und Naturschutzamtes, des Straßen- und Grünflächenamtes sowie dem zuständigen Architekturbüro, genannt worden.

Der Weiße See zählt zu den beliebtesten Ausflugszielen im Bezirk. Spaziergänger und Wildbader bevölkern an warmen Tagen die Ufer, was die Natur stark belastet hat. Abgetretene Böschungen, Erosionsschäden und zerstörte Schilfstreifen sind seit Jahren sichtbare Folgen. Auch Brutraum für Wasservögel ging verloren. Vor allem das illegale Baden abseits des Strandbads gilt Fachleuten als Hauptursache für den Verlust empfindlicher Vegetationszonen.

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Mit der geplanten 925 Meter langen Ufer-Hecke, die insgesamt etwa 463 Quadratmeter Fläche einnehmen soll, soll dieser Entwicklung Einhalt geboten werden. Eine Umweltwunde geheilt werden, bevor es zu irreparabel Schäden kommt. Die Konstruktion, eine sogenannte Benjeshecke aus Totholz und lebenden Pflanzen, wird rund 1,25 Meter hoch und direkt auf der Seeseite des Rundwegs an der Nordseite des Gewässers errichtet. Sie soll damit eine natürliche Sperre bilden, die die Menschen vom direkten Betreten des Wasserrands abhält, gleichzeitig aber Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger bietet.

Ein zusätzlicher Effekt der Maßnahme ist die Verringerung des Unfallrisikos beim Baden – ein Punkt, der in der Nachbarschaft sowohl Zustimmung als auch Ablehnung hervorruft. Während manche Anwohner die Einschränkung als Verlust einer frei zugänglichen Badestelle empfinden, verweisen andere auf die Gefahren des Wildbadens: In den vergangenen elf Jahren kam es dabei zu 15 tödlichen Unfällen.

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Für zwei Millionen Euro: Heckenbau Teil einer umfassenden Sanierung

Der Heckenbau ist Teil einer umfassenden ökologischen Sanierung des Parks, die insgesamt etwa zwei Millionen Euro kosten soll. Geschützt durch die Hecke soll ein neuer Grüngürtel entstehen und dafür abgetragene Böschungen mit Bodenmaterial aufgefüllt, neue Flachwasserzonen angelegt und standortgerechte Pflanzenarten angesiedelt werden.

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Wiesenflächen sollen mit Wildblumen- oder Wildgraswiesen eingesät werden, um die Artenvielfalt zu stärken. Zwei sogenannte „Seebalkone“ sollen zudem barrierearme Aussichtspunkte schaffen, von denen aus Besucher den See weiterhin aus nächster Nähe erleben können – ohne die Ufervegetation zu beschädigen.