Tierliebhaber aufgepasst – hier wartet eine schwierige Mission: Denn Berlins Altenheim der Tiere in Pankow, Zuhause allein gelassener, greiser und kranker Hunden, Katzen und Vögeln, ist übervoll. Auch das nagelneue, deutlich vergrößerte Domizil erreicht sofort sein Limit.

Donnerstag
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Denn zu den Tier-Senioren in Obhut der ehemaligen Postboten Dirk Bufé und Hartmut Benter kommen jetzt noch weitere Schützlinge hinzu. Nach dem Umzug in den Neubau im Gewerbegebiet Am Posseberg aus der alten und maroden Einrichtungen auf dem Wohngrundstück des Paares in Blankenburg sind die Zwinger voller denn je.


Altenheim der Tiere in Pankow: „Wir bekamen so viele Hilferufe“
„Wir bekamen so viele Hilferufe“, erzählt Bufé der Morgenpost beim Besuch auf dem neuen Gelände. So habe die Tierhilfe Hoffnung aus Stuttgart bereits im Januar angefragt, ob das Tierhospiz zusätzliche Hunden und Katzen aufnehmen könne. „Dann kam nochmal ein Brief von ihnen. Und daraufhin gab es unsere Entscheidung, früher als zuletzt geplant herzuziehen, um weitere 20 Hunde und 14 Katzen aufnehmen zu können.“
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Komplettiert werden soll der Zuzug noch diese Woche durch 41 Kanarienvögel aus Köpenick. Ein Züchter, der sich wohl mit der Haltung überfordert hat, soll die gefiederten Tiere übergeben. Sobald die Tierfreunde ihre Vögel nachholen, wird das Altenheim der Tiere fast 400 Vögel beherbergen. Damit rechnen sie allerdings nicht vor Oktober. Denn noch fehlen die Volieren für den Außenbereich. 80.000 Euro hätten sie einem Hersteller für die großen Käfige bezahlt – doch der habe nicht wie versprochen geliefert.
„Es hieß immer wieder, dass das Material fehle, Mitarbeiter krank seien. Dann stimmten Farbe und Qualität nicht. Wir gehen nun anwaltlich vor, wollen unser Geld zurück haben“, sagt Bufé. Unterdessen wurde eine andere Firma mit den Volieren beauftragt. Bis sie da sind, müssen für die Kanarienvögel provisorische Käfige genügen.


Tiereltern, Helfer, Spender – sie alle werden gebraucht
Nun also ist das Heim nach dem Umzug bis zum Anschlag voll, weitere Tiere können nicht aufgenommen werden, da eine artgerechte Haltung oberste Priorität hat. Deswegen richten sich Bufé und Benter mit einem Appell an alle Morgenpost-Leser. „Wir brauchen Ihre Hilfe, hoffen auf die Vermittlung der Tiere. Das ist nicht einfach, sie kosten Geld und Zeit. Auf einen Aufruf bei Facebook hat sich gar keiner gemeldet. Uns kennen auch nicht alle“, erzählt Benter. „Das sind alles Schmusebacken, die suchen akut ein Zuhause“, sagt Bufé beim Rundgang durchs Katzenhaus. Wer Interesse hat, kann täglich zwischen 14 und 18 Uhr zur Vermittlung vorbeikommen.
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Händeringend gesucht werden außerdem ehrenamtliche Helfer. Zwei gibt es aktuell, sie kümmern sich um die Samtpfoten im Katzenhaus. Eine von ihnen ist Andrea Hoffmann, die etwa dreimal pro Woche herkommt und gegenüber der Morgenpost auf weitere helfende Hände oft. Und dann ist da noch die besorgniserregend sinkende Zahl an Vereinsmitgliedern – und damit Spendern. Waren es im September 2024 noch 342, seien es jetzt nur noch 303, so Benter. Manche würden versterben, viele finanzielle Gründe nennen.
Die große Eröffnungsfeier der neuen Heimat für Berlins Tiersenioren soll nach jetzigem Stand erst im Mai 2026 stattfinden. Die beiden Betreiber wollen den Termin nicht schon wieder verschieben, sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Bis dahin müssen neben der Ausstattung des Vogelhauses unter anderem noch einige Wege und Zäune errichtet und Bäume gepflanzt werden. Besonders dringend gebraucht werden zudem gespendete Tische und Stühle.
Wer dem Altenheim der Tiere in Pankow helfen oder ein Tier adoptieren will, kann Kontakt aufnehmen unter https://vogelgnadenhof.de oder telefonisch unter 0157 529 177 78.





