Spätestens seit dem Mauerfall 1989 hat sich das einst unscheinbare Arbeiterviertel Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow zu einer der beliebtesten Gegenden in Berlin entwickelt. Eine ausgeprägte Kulturlandschaft, hippe Kieze und ein internationales Flair machen „Prenzlberg“ vor allem für Künstler, junge Menschen und Familien zu einem Magneten. Doch wie war dort eigentlich das Leben vor der Wende und was haben sich die ehemaligen Ost-Berliner für das Leben „nach der Mauer“ vorgestellt? Genau diese Aspekte werden jetzt in ausgewählten Filmen auf der Prenzlauerberginale aufgegriffen.
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Bereits seit 2016 zeigt das Filmfest meist historische Dokumentationen und Berichte über die Menschen und die Lebensrealitäten aus dem wandelbaren Szeneviertel. Dabei bedient sich die Prenzlauerberginale an unterschiedlichen Quellen, wie beispielsweise der Filmhochschule Babelsberg. Aber auch kleine Künstler finden auf der Leinwand im „Filmtheater am Friedrichshain“ ihren Platz.
Bei der Prenzlauerberginale ist für jeden Geschmack ein Film dabei
Stephan Müller, Historiker und Leiter des Filmfestes, entwickelt und veranstaltet die Filmreihe seit ihrem Anfang. Die Idee für die Prenzlauerberginale kam ihm bei seiner damaligen Arbeit im Bezirksmuseum Pankow. „Ich hatte damals nicht wirklich viel mit Film zu tun“, gibt der Historiker zu, dennoch fiel ihm auf, wie viele Filme in und um Prenzlauer Berg gedreht wurden. Klassiker wie „Solo Sunny“ oder „Berlin - Ecke Schönhauser“ sind nur zwei dieser großen Auswahl. Organisiert durch das Museum Pankow, war die Filmreihe 2016 ursprünglich nur als einmaliges Event in dem Gebäude an der Prenzlauer Allee ausgelegt. Durch die außergewöhnlich hohe Nachfrage wurde das Filmfest nun zu einer jährlichen Veranstaltung und feiert 2024 ihr achtjähriges Jubiläum.
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Die Auswahl für die diesjährige Prenzlauerberginale ist divers. Während sich Filme wie „Berlin-Prenzlauer Berg – Begegnungen zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990“ mit den Monaten nach dem Mauerfall beschäftigen, kommen Interessierte der Untergrund-Künstlerszene bei Filmen wie „Poesie des Untergrunds – Prenzlauer Berg kontrovers 1976-1990“ auf ihre Kosten. Begleitet werden die Vorstellungen von passenden Berichten und Kurz-Dokus sowie geladenen Gästen, die ihre Erfahrungen zu den Werken mit den Besuchern teilen. Am Anfang suchte Müller die ausgestrahlten Filme vorab noch selbst aus; seit ein paar Jahren orientiert sich das Filmfest jedoch an Thementagen. In diesem Jahr liegt der Fokus unter anderem auf der Zeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung sowie der Jugend in „P‘berg“.
Historische Filme und Künstlergespräche im Prenzlauer Berg
Mittlerweile kommen auch Personen auf Müller zu, die ihre eigenen produzierten Filme gerne auf der großen Kinoleinwand präsentieren möchten. Teilweise seien diese noch auf VHS und müssten vorab erst digitalisiert werden. „Hierbei können wir dann auch finanziell unterstützen“, sagt der Leiter der Filmreihe. Dadurch können auch Filme gezeigt werden, die vorher noch nie in Öffentlichkeit waren.
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Die Veranstaltung besteht regulär aus fünf Vorstellungen, die innerhalb von drei Wochen ausgestrahlt werden. Gefördert wird das Filmfest durch den Berliner Aufarbeitungsbeauftragten, wodurch Müller ebenfalls die nötige Planungssicherheit bekam. „Durch die Förderung können wir auch vernünftige Honorare auszahlen“, erklärt der Historiker und ergänzt: „Man hat das Budget und ist nicht ausschließlich auf den Verkauf angewiesen.“

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Interessierte der Geschichte rund um den Ortsteil im Bezirk Pankow können sich noch bis zum 24. September die Filmvorstellungen der „Prenzlauerberginale“ im „Filmtheater am Friedrichshain“ anschauen.
Weitere Informationen und das Programm der Prenzlauerberginale finden Sie auf der Webseite des Veranstalters.
Jodie McNichol




