An einer Schule, wo überfüllte Räume zur Streichung von Chemie-Versuchen führen, wagen sich Tüftler jetzt ganz hoch hinaus. Genau gesagt in über 50 Kilometer Höhe. Projekt „Ikarus“ lautet der Name einer Weltraummission, mit der sich das Berliner Robert-Havemann-Gymnasium in Karow als Lernort für ehrgeizige Tüftler zu erkennen gibt. Am Freitag (12. Mai) will ein Physikkurs seinen mit Helium gefüllten Ballon bis in die Stratosphäre steigen lassen – und dort mit einer Sonde Temperatur, Luftdruck und Radioaktivität erfassen.
Dieses Projekt ist nicht nur galaktisch, sondern auch international. Denn eine Partnerschule des Havemann-Gymnasiums in Frankreich startet zeitgleich mit ihrem Stratosphärenballon einen ähnlichen Versuch – so dass beide Flugkörper über eine Distanz von 700 Kilometern per Funk in Verbindung treten. Nach der Landung wollen Schüler am Boden die gewonnenen Messdaten analysieren und sich über die Ergebnisse austauschen. Wenn am Freitag ab 10.30 Uhr über dem Bezirk Pankow ein Ballon aufsteigt und später niedergeht, handelt es sich also um kein unbekanntes Flugobjekt.
Weltraum-Ballon über Berlin-Pankow - für Luftfahrtbehörden normal
Berliner Luftfahrtbehörden sind solche Experimente in Karow keineswegs neu. Schon 2020 führten die hiesigen Gymnasiasten vergleichbare Versuche durch und wagten sich an eine Weltraumballon-Mission in bis zu 52 Kilometern Höhe.
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Am Boden hingegen herrschten am Havemann-Gymnasium zuletzt eher ernüchternde Zustände. Wie berichtet, ließ eine Schulinspektion Brandschutzmängel in den Chemie- und Naturwissenschaftsräumen zutage treten. Seitdem sind bestimmte Versuche nicht mehr gestattet – weil die Klassen schlicht zu groß sind, um Sicherheitsabstände einzuhalten.
Restriktionen, die am Himmel und in der Stratosphäre natürlich nicht gelten.



