Pankow

Tierhalter kämpfen für Hundeauslaufgebiet im Norden Pankows

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Zahlreiche Halterinnen und -halter protestieren vor dem Bezirksamt in Berlin-Pankow für den Erhalt des Hundeauslaufgebietes Arkenberge.

Zahlreiche Halterinnen und -halter protestieren vor dem Bezirksamt in Berlin-Pankow für den Erhalt des Hundeauslaufgebietes Arkenberge.

Foto: Florian Boillot / BM

Viele Tiere, aber wenig Fläche: Vor der BVV in Pankow machen sich zahlreiche Halter für ein Hundeauslaufgebiet stark.

Berlin. Angst um das Hundeauslaufgebiet Arkenberge: Bei der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin haben zahlreiche Hundehalter ihrer Befürchtung Ausdruck verliehen, dass das Gebiet im Norden der Stadt verlegt oder sogar geschlossen werden könnte.

Einen entsprechenden Vorschlag hatte die Bezirksverwaltung wegen anhaltender Konflikte zwischen Hundehaltern, Anwohnern, Landwirten und Naturschützern gemacht. Dabei ist der Bezirk Pankow der hundereichste in ganz Berlin und das 40 Hektar große Auslaufgebiet einst zum beliebtesten der Stadt gekürt worden.

Gegensätzliche Ansichten zum Hundeauslaufgebiet Arkenberge

„Wir Hundehalter wollen, dass unser geliebtes Auslaufgebiet erhalten bleibt“, sagte Dagmar Moriano von der Interessengemeinschaft Hundeauslauf Arkenberge vor Politik, Verwaltung und Unterstützern. Probleme vor Ort würden dramatisiert, die Mehrheit der Nutzer gehe pfleglich mit dem Gebiet um.

Die Interessengemeinschaft engagiere sich schon jetzt auf freiwilliger Basis etwa mit Müllsammelaktionen, um das Gebiet zu erhalten. „Nur Hilfssheriff wollen wir nicht spielen“, so Moriano. Gleichzeitig sei das als Alternative angedachte Areal an der Bucher Straße nicht vergleichbar. Zahlreiche Hundehalter hatten sich mit ihren Tieren vor dem Bezirksamt postiert, rund 20 von ihnen nahmen anschließend mit Transparenten an der Sitzung teil.

Doch es gibt auch Kritiker des Areals, wenngleich sie an diesem Abend nicht im Zuschauerraum vertreten waren. Detlef Lindner, Vorsitzender des Blankenfelder Bürgervereins, geißelte in einer E-Mail an die Redaktion die übermäßige Nutzung des Geländes, das in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Es wird „förmlich überrannt“, so Lindner.

Dabei werde das Gebiet von Hundehaltern und Dogwalkern eigenmächtig auf den ganzen Ortsteil Blankenfelde ausgedehnt und etwa auch angrenzende Felder betreten. Das ist zum Nachteil anderer Nutzer wie Landwirten, Familien mit Kindern oder Radfahrern, schrieb Lindner.

Kritik an Bezirksamt Pankow: Politik nutzt Debatte zu Schlagabtausch

Für Verwunderung sorgte die vom Bezirk Pankow angedachte Schließung auch in Teilen der Politik, die den Konflikt zu einem Schlagabtausch im Wahlkampf nutzte: Während die CDU beantragte, das Gebiet Arkenberge erst zu schließen, wenn ein bislang lediglich angedachtes Areal an der Bucher Straße für die neue Nutzung ertüchtigt wurde, machten sich die Grünen in einem Änderungsantrag für eine vorherige, möglichst weitreichende Beteiligung der Interessengruppen stark.

Für die SPD hat das Bezirksamt einen im Juni 2021 gefassten Beschluss, vor Ort deeskalierend tätig zu werden, nur mangelhaft umgesetzt. Angedacht waren etwa eine Gesprächsrunde mit den verschiedenen Nutzergruppen, eine klare Beschilderung und die Aufstellung von Mülleimern. Für die Linke war wichtig, dass es keine voreilige Festlegung auf eine Verlegung oder ein bestimmtes Gebiet gibt.

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Manuela Anders-Granitzki (CDU), zuständige Stadträtin im Bezirksamt, bemühte sich nach Angriffen auf ihre Person anschließend, die Schärfe aus der Debatte zu nehmen. „Unser Zeitplan sieht vor, 2023 eine Ausschreibung für eine Konzeption mit Bürgerbeteiligung an der Bucher Straße zu starten.“ Erst wenn diese vorliege und Geld bereit stünde, ginge es an die Umsetzung.

Bis die derzeit noch „trostlose Fläche“ (O-Ton Anders-Granitzki) zwischen A 114 und Bahngleisen hergerichtet sei, sei es Ende 2024 oder Anfang 2025. Erst dann sei eine Schließung von Arkenberge angedacht. „Bis dahin ist viel Zeit für Gespräche“, versprach die Stadträtin.

Die Politik entschied anschließend einstimmig, das Thema federführend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bebauungsplanung und Genehmigungen und mitberatend im Ausschuss für Klimaschutz, Grünanlagen, Spielplätze, Umwelt und Natur und dem Ausschuss für Mobilität und öffentliche Ordnung weiter zu diskutieren. Mindestens eine Verschnaufpause sollte den Hundehaltern damit sicher sein.