„K12“ steht auf einem der Plakate, das die Gruppe an diesem Abend mit zur Bezirksverordnetenversammlung Pankow gebracht hat. Rund 20 Anwohnerinnen und Anwohner sind erschienen, um für die Unterstützung des Bezirks für ihr Vorhaben zu werben: Sie wollen den Häuserkomplex in der Kastanienallee 12 in Berlin-Prenzlauer Berg vor der Versteigerung bewahren und als Genossenschaft selbst erwerben. Doch die Zeit drängt.

„Die Frist für den Verkauf läuft in zwei Wochen aus“, sagt Daniel Diederich vor den Politikern. „Dann kommt das Unvermeidliche: Die Verdrängung weiterer Menschen aus den unteren Einkommensschichten aus dem Kiez“, befürchtet der Bewohner. Dem „Hirschhof“, wie die Mieter den Komplex aus einem Vorder- und drei Hinterhäusern nahe des Mauerparks nennen, drohten die Gentrifizierung durch steigende Mieten und der Verlust der Künstlerateliers in dem Ensemble. Dabei macht diese „gesunde Berliner Mischung“, das Lebensgefühl in der Hauptstadt aus, so Diederich.

Anwohnerinnen und Anwohner der Kastanienallee 12 in Prenzlauer Berg werben in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow um Unterstützung für den Kauf ihrer Immobilie. 
Anwohnerinnen und Anwohner der Kastanienallee 12 in Prenzlauer Berg werben in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow um Unterstützung für den Kauf ihrer Immobilie. © BM | Marc R. Hofmann

Der Bedeutung ist sich auch der Bezirk Pankow bewusst, sagt Baustadträtin Rona Tietje (SPD). „Die K12 ist ein Relikt des alten Prenzlauer Bergs.“ Die Verwaltung wolle den Erhalt „mit Sympathie und Kontakten“ unterstützen, habe gute Erfahrungen mit Genossenschaften gemacht und stehe diesbezüglich mit Andreas Geisel (ebenfalls SPD) in Kontakt.

Kastanienallee 12 in Pankow: Bewohner stemmen sich gegen Gentrifizierung

Denn entschieden wird über den Fördertopf zur finanziellen Unterstützung derartiger Vorhaben in dessen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Und die Zeit drängt: Der Senator muss bis zum 30. November entscheiden, ob die Genossenschaft Selbstbau eine Förderzusage erhält, um den Kauf der sanierungsbedürftigen Immobilie in Prenzlauer Berg stemmen zu können.

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Der nach Bezirksangaben von 1872 bis 1907 erbaute Gebäudekomplex im Stil der Gründerzeit ist ein Kleinod. Das wollen die Anwohner derweil noch einmal mit der Ausstellung „Das ist unser Haus – Die K12 in Prenzlauer Berg“ im Hof des Kultur- und Bildungszentrums Sebastian Haffner (Prenzlauer Allee 227/228) verdeutlichen. In der Open-Air-Ausstellung setzt Iris Janke den unsanierten Gebäudekomplex in Fotografien in Szene. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung am Sonnabend, 26. November, um 17.30 Uhr von der „Bolschewistischen Kurkapelle Schwarz-Rot“.

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