Kaum ein Tag ohne erneute Aktionen der Klimaaktivisten der "Letzten Generation". Wieder hatten sich auf Berliner Straßen mehrere Menschen auf dem Straßenbelag festgeklebt, wieder waren Autofahrer maximal genervt, wieder rückten Polizeikräfte an, um die Klima-Kleber wegzutragen.

Am Freitag waren gleich drei Orte betroffen: die Prenzlauer Promenade in Pankow, der Sachsendamm in Schöneberg und der Wolfensteindamm in Steglitz. Neun Personen blockierten ab 7.45 Uhr die Prenzlauer Promenade, sodass sich stadteinwärts ein langer Stau mit 70 Minuten Wartezeit bildete. Vier der Menschen hatten sich auf die Fahrbahn geklebt und mussten von der Polizei gelöst werden. Die Zufahrtsstraße in Berlins Nordosten war erst um kurz nach elf Uhr wieder frei.

Etwas schneller ging es an den beiden Orten der südlichen Innenstadt. Am Wolfensteindamm auf Höhe der Zufahrt zur Autobahn A103 hatten sich laut Polizei um kurz nach acht Uhr acht Personen festgeklebt. Die Straße konnte um kurz vor elf Uhr wieder freigegeben werden. Am Sachsendamm dauerte es nur eine Stunde, bis vier festgeklebte Aktivisten von der Fahrbahn abgelöst wurden. Die Straße war dort um neun Uhr wieder befahrbar. Insgesamt beteiligten sich sechs Personen an der Blockade in Schöneberg. Alle, die sich dabei festklebten, wurden laut des Polizeisprechers zunächst in Gewahrsam genommen.

GdP: Berlin bleibt "Wohlfühl-Biotop" für Klebe-Aktivisten

„Berlin ist und bleibt auch im Herbst ein absolutes Wohlfühl-Biotop für Menschen, die sich auf den Asphalt kleben wollen und damit massiv in die alltäglichen Abläufe der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt eingreifen“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin. „Unsere Kolleginnen und Kollegen werden weiterhin mit Kommunikation und jeder Menge Speiseöl versuchen, Verkehrswege schnellstmöglich wieder freizubekommen und zudem die Sicherheit aller vor Ort gewährleisten.“

Bereits am Montag und Dienstag hatten Demonstranten der Gruppe Letzte Generation Autobahn-Ausfahrten blockiert. In den folgenden Tagen lösten sie Feueralarme in Gebäuden des Bundestags aus. Die Initiative rief dazu auf, am Samstag massenweise mit Bussen und U-Bahnen schwarz zu fahren. Sie forderte eine Neun-Euro-Monatskarte für alle und mehr Maßnahmen für den Klimaschutz.

Blockaden in Berlin: „Letzte Generation“ stört immer wieder den Verkehr

Die „Letzte Generation“ ist ein bundesweiter Verbund von Klimaaktivisten, die mit verschiedenen Aktionen versuchen, die Regierung zum verstärkten Handeln gegen die Klimakrise zu bewegen. Ihren Ursprung hatte die Bewegung in einem Hungerstreik, der vor der Bundestagswahl 2021 stattfand, um Gespräche mit den drei Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers zu erreichen. Inzwischen zählen nach eigenen Angaben mehr als 250 Menschen im Alter von zwölf bis 76 Jahren zu den aktiven Mitgliedern.

Seit Anfang des Jahres haben Mitglieder der „Letzten Generation“ wiederholt Straßen und Autobahnzufahrten blockiert, indem sie sich auf dem Asphalt festklebten oder Öl-Pipelines abdrehten, um auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen.

BM/epd/psi