Querdenker-Zielort

Vandalismus vor der Gethsemanekirche: Staatsschutz ermittelt

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“22 ist nicht 89“ – diese Botschaft gegen Querdenker-Mythen auf einem Banner provozierte unbekannte Personen zu einer Zerstörung der Aushänge am Zaun der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg.

“22 ist nicht 89“ – diese Botschaft gegen Querdenker-Mythen auf einem Banner provozierte unbekannte Personen zu einer Zerstörung der Aushänge am Zaun der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg.

Foto: Thomas Schubert

Nach Schäden an Ukraine-freundlichen Plakaten in Prenzlauer Berg prüft die Polizei politische Motive. Querdenker demonstrieren erneut.

Berlin.  Nach der Beschmierung, Zerstörung und Entwendung von verschwörungskritischen Plakaten an der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg ermittelt der Staatsschutz der Polizei. Wie ein Sprecher auf Morgenpost-Anfrage nun bestätigt hat, ging über die Internetwache der Polizei Anzeige gegen Unbekannt ein. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten ein oder mehrere Personen in der Nacht zum 18. Juli Banner mit Aufschriften wie „Solidarität mit der Ukraine“ und „22 ist nicht 89. Wir leben in keiner Diktatur“ mit dunkler Farbe geschwärzt.

Laut des Polizeisprechers wurden Schriftzüge auch komplett vom Zaun der Kirche abgerissen und offenbar entsorgt. Außerdem nahm ein Kasten für Aushänge an der Kirche Schaden. Im Zuge der Strafanzeige wegen Sachbeschädigung untersucht die Polizei nun eine mögliche politische Motivation des Falls. Er steht in einer ganzen Serie von ähnlichen Vorkommnissen, seitdem eine Bürgerinitiative aus Prenzlauer Berg im vergangenen Dezember beschloss, die Kirche als Geschichtsort gegen Querdenker-Aufmärsche zu schützen.

Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg: Spendenkampagne für Kiezfest erfolgreich

Immer wieder nehmen Banner und Schilder an der Gethsemanekirche, die sich gegen Unterdrückung in politischen Regimen, Verschwörungstheorien, Corona-Verharmlosung und russische Propaganda im Ukraine-Krieg richten, über Nacht schaden. Immer wieder erneuern die Unterstützer der Andachten an dem Symbolort der friedlichen Revolution von 1989 diese Aushänge.

Zugleich plant das Anti-Querdenker-Bündnis aus dem Kiez für den 10. September ein ganztägiges Nachbarschaftsfest und sammelt dafür Spenden. An diesem Montag ist das Spendenziel von 4000 Euro auf der Online-Plattform „Gofundme“ fast erreicht. „Die Basis-Kosten haben wir gefundraist, alles was jetzt gespendet wird hilft, das Fest noch schöner zu machen“, meldet die Kampagnen-Koordinatorin Karin Schneider einen Erfolg.

Corona-Skeptiker wollen in Pankow und Prenzlauer Berg bis Weihnachten demonstrieren

Geplant sei unter anderem ein Bühnen-Programm aus Musik, Talks & Kultur – mit Menschen, die aus dem Kiez kommen oder einen besonderen Bezug zum Anliegen des Bürgerbündnisses haben, heißt es im Schreiben zur Bitte um Unterstützung.

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Unterdessen gehen die Montagsmärsche von Corona-Skeptikern und Querdenkern zur Gethsemanekirche auch in den Sommerferien weiter. Unter dem Motto „Gemeinsam leben – für ein selbst bestimmtes, friedliches und tolerantes Miteinander“ wollen Aktivisten wie „Captain Future“ noch bis bis Weihnachten vom Pankower Anger zu dem Geschichtsort ziehen, wo die Gegenkundgebungen im Sommer pausieren.

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