Schilder-Tausch komplett

So vollendet Pankow die Fahrradstraße Stargarder Straße

| Lesedauer: 3 Minuten
Ab sofort mit vergrößerten Schildern und bald mit markierter Fahrbahn: Die Fahrradstraße Stargarder Straße in Prenzlauer Berg.

Ab sofort mit vergrößerten Schildern und bald mit markierter Fahrbahn: Die Fahrradstraße Stargarder Straße in Prenzlauer Berg.

Foto: Thomas Schubert / Berliner Morgenpost

Größere Schilder und endlich Fahrbahnmarkierungen: Der Bezirk reagiert auf Kritik der Polizei – und hofft auf Einsicht der Autofahrer.

Berlin. Eröffnet, aber unvollendet, nach Streit mit der Baufirma verspätet umgesetzt, doch nun ein Baustein der Berliner Verkehrswende: Die Fahrradstraße Stargarder Straße in Prenzlauer Berg wird in diesen Tagen fertig. Wie Pankows Verkehrsstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) auf Anfrage mitteilt, sollen die seit Juli 2021 ausstehenden Arbeiten zur Fahrbahnmarkierung „in den nächsten Tagen beginnen“.

Zur Erinnerung: Genau das Fehlen dieser Markierungen hatte dazu geführt, dass die Berliner Polizei die Rechtsgültigkeit der Fahrradstraße Stargarder Straße trotz Freigabe durch den Bezirk zu Weihnachten in Zweifel zog. Anfang des Jahres vertrat man zwischenzeitlich den Standpunkt, dass Verkehrskontrollen nicht stattfinden können, ehe auch die entsprechenden Symbole auf dem Asphalt kleben. Ohne diese Schritte gelte die „Anordnung des Bezirkes als rechtlich noch nicht vollzogen“, beklagte die Polizei. Im Bezirksamt Pankow verwies man wiederum darauf, dass entsprechende Markierungsarbeiten witterungsbedingt erst im Frühjahr stattfinden können. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt da.

Polizei und Bezirksamt Pankow stritten über Schilder und Symbole

Allerdings hat die Polizei nach Bekanntwerden des Konflikts bereits im Winter mit Verkehrskontrollen begonnen – weil es der Abteilung von Stadträtin Anders-Granitzki nach der Meinungsverschiedenheit mit den Ordnungshütern doch noch gelang, die Zweifel an der Rechtsgültigkeit einer unvollendeten Fahrradstraße auszuräumen. Auch ohne die Markierungen. Allein die Enthüllung der Schilder genügt, um den Vorrang von Radfahrern zu erwirken. So bestätigte es auch die Senatsverkehrsverwaltung. Und dieser neue Status ist seit kurz vor Weihnachten bindend.

Allerdings sind auch die Fahrradstraßen-Schilder selbst Gegenstand der Polizei-Kritik gewesen. Zur mangelnden Erkennbarkeit zählte auch der Umstand, dass der Bezirk Pankow die Fahrradstraßen-Schilder für die Stargarder Straße eine Nummer zu klein bestellt hatte. „Entgegen der straßenverkehrsbehördlichen Anordnung“ hätten die bisherigen Zeichen laut der Normen nur die Größe 1, bemängelte die Polizei Anfang des Jahres. Diese Dimensionierung sei „nicht geeignet, dem erforderlichen Sichtbarkeitsgrundsatz zu entsprechen“.

24 größere Schilder sollen Autofahrer in der Stargarder Straße zur Umkehr bewegen

Nun die Reaktion des Bezirks: 24 neue, größere Schilder hängen seit einigen Tagen an ihren Plätzen – wie gewünscht sind es Verkehrszeichen der Größe 2, also mit einer Kantenlänge von 60 statt 42 Zentimetern. „Ja, die 24 zu klein geratenen Schilder sind ausgetauscht“, meldet Stadträtin Anders-Granitzki Vollzug. Nun hofft man beim Bezirksamt Pankow und der Polizei, dass Autofahrer den neuen Zeichen Folge leisten – und dass sie die Stargarder Straße, sofern sie keine Anlieger sind, meiden.

Aus dem nun endenden Langzeit-Projekt Stargarder Straße hat man in Pankow bereits folgenden Schluss gezogen: Da Berliner Baufirmen extreme Mühen haben, Aufträge abzuarbeiten, ist das ursprüngliche Schnell-Programm für 20 neue Fahrradstraßen bis 2023 geplatzt.

Weitere Nachrichten aus Pankow lesen Sie hier