Ukraine-Krise

Streit um Auszug von Ukrainern aus Pankower Hostel

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Mehr als 100 Hostel-Bewohner, vor allem Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, mussten ihr Zuhause in Prenzlauer Berg verlassen.

Mehr als 100 Hostel-Bewohner, vor allem Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, mussten ihr Zuhause in Prenzlauer Berg verlassen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Gegen ihren Willen mussten 120 ukrainische Flüchtlinge ein Hostel an der Storkower Straße verlassen. Der Protest reißt nicht ab.

Berlin. Selbst die jetzigen Notunterkünfte bieten Ukrainern, die vor dem Krieg geflohen sind, nicht unbedingt die Sicherheit eines dauerhaften Zuhauses. Das zeigt sich in diesen Tagen am Streit um das Schicksal von 120 Bewohnern eines Hostels im Bezirk Pankow.

In der vergangenen Woche gab Sozialstadträtin Cordelia Koch (Grüne) bekannt, dass es sich bei dem „Generator Hostel“ an der Storkower Straße um einen der wichtigen Unterbringungsorte für Ukrainer im Bezirk handle. Doch schon am Montag drohte ihnen der Auszug. Weil der Senat keine Möglichkeit sah, die Partnerschaft mit dem Gästehaus in Prenzlauer Berg fortzuführen, sollten die Ukrainer ihre Sache packen und mit Bussen ins Ankunftszentrum nach Tegel fahren. Offenbar, um von dort aus in andere Bundesländer verteilt zu werden.



CDU-Abgeordneter nennt unklare Lage für Flüchtlinge aus dem Hostel „beschämend“

Da die Verträge zwischen dem Land Berlin und dem Hostel auslaufen, brauche es diese neue Lösung, begründete der Senat den Schritt. Es sei von Vorteil, dass die Betroffenen in Tegel nun sofort eine Registrierung und dann auch eine Arbeitserlaubnis erhalten könnten, hieß es vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF). Allerdings verweigerten viele der Betroffenen die Verlegung und begaben sich stattdessen in die Räume von Kirchengemeinden, wie mehrere Medien am Montag berichteten.

Deutliche Kritik an der Beendigung der Wohnlösung im Hostel an der Bezirksgrenze zwischen Pankow, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg äußerten der CDU-Abgeordnete Danny Freymark und Helferinitiativen, die sich von Lichtenberg aus um die Bewohner kümmerten. „Beschämend“ nannte Freymark am Dienstag bei Twitter die weiterhin ungeklärte Situation.

In Pankow existieren nur wenige Unterkünfte für Ukrainer

Tatsächlich soll im Verlauf dieser Woche im Senat entschieden werden, wie es mit den Geflüchteten aus dem Hostel in Prenzlauer Berg weitergeht. Neben dem „Generator“ gibt es nur wenige größere Unterkünfte für Ukrainer im Bezirk – etwa das Containerdorf in der Groscurthstraße in Buch oder das St. Josefsheim an der Pappelallee. Überall sind Freiwillige bemüht, den Bewohnern die Ankunft in Berlin zu erleichtern.

Auch deshalb äußert die Pankower CDU-Fraktionschefin Denise Bittner ihr Unverständnis über das Ende der Unterbringung im Hostel. „Ich kann grundsätzlich überhaupt nicht verstehen, warum man gut integrierte Menschen weiterverteilen will“, sagte Bittner am Dienstag. Und verwies darauf, dass es gelungen war, die Betroffenen in das örtliche Netzwerk „Familienmut“ aus Französisch Buchholz einzubinden. Solche Banden würden zerreißen, wenn Geflüchtete Berlin gegen ihren Willen verlassen müssen.

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