Steinalter Brocken

Pankow schützt 105 Tonnen schweren Stein vor Rutsch

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Pankows Bezirksverordnete sorgen sich um den Erhalt dieses 6,50 mal 4,50 Meter großen Findlings in Französisch Buchholz.

Pankows Bezirksverordnete sorgen sich um den Erhalt dieses 6,50 mal 4,50 Meter großen Findlings in Französisch Buchholz.

Foto: Kds11 / Wikipedia CC

In Pankow wird das Denkmal „Großer Stein von Buchholz“ vor Schäden bewahrt. Experten schätzen sein Alter auf 1400 Millionen Jahre.

Berlin. Als „Großer Stein von Buchholz“ hat ein 105 Tonnen schwerer Findling bereits bei seiner Entdeckung im Jahre 1931 Beachtung gefunden. Seit dieser Zeit steht der Brocken an der Bucher Straße als Berliner Naturdenkmal unter Schutz und gilt bis heute als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten des Pankower Ortsteils. Allerdings befürchten Bezirkspolitiker der Linken, Grünen und der FDP, dass dieses laut Experteneinschätzungen 1400 Millionen Jahre alte Fundstück Schaden nehmen könnte – zum Beispiel durch Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe in dieser Gegend.

Allerdings sieht die Abteilung der zuständigen Stadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU) kein Risiko für die Unversehrtheit des 6,50 mal 4,50 Meter großen Brockens. „Der Erhalt des Naturdenkmals und dessen unmittelbare Umgebung sind nicht gefährdet“, gibt sie nun auf Anfrage des FDP-Verordneten Oliver Simon Entwarnung.

Bezirksamt Pankow lässt Böschung am „Großen Stein von Buchholz“ verstärken

Handlungsbedarf besteht offenbar trotzdem. Um den „Großen Stein von Buchholz“ in seiner jetzigen Lage zu bewahren, ergreift der Bezirk spezielle Vorkehrungen. „Konkret werden aktuell in der Umgebung die Böschungen überarbeitet. Dabei wurde ein Flechtband eingebaut, das mit geklammerten Saatgutmatten versehen wurde“, beschreibt Anders-Granitzki das Unterfangen. Mit einer zusätzlichen Begrünung und Verwurzlung sorge man für Sicherheit, um ein Abrutschen der Böschung zu vermeiden.

Laut des Blogs „Pankower Chronik“ des Heimatkundlers Christian Bormann ist der Brocken Gegenstand einer Sage, wonach in grauer Vorzeit ein Riese den Stein in Richtung Buchholz geworfen haben soll. Aus verschmähter Liebe zu einer Einwohnerin, die vor ihm floh.

Laute einer Buchholzer Sage warf ein Riese den Stein aus verschmähter Liebe

Eine bloße Sicherung des sagenumwobenen Findlings erscheint den Bezirkspolitikern von Grünen und Linken nicht genug. Schon 2017 beschlossen die Fraktionen, dass der Bezirk Pankow das „Naturdenkmal Großer Stein“ besser für die Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Als Partner für die Herrichtung eines geologischen Gartens rund um den Stein hatte sich damals der Bürgerverein Französisch Buchholz angeboten. Über Fortschritte bei diesem Projekt wird in dem aktuellen Bericht allerdings nichts erklärt.

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